Beiträge vom April, 2008

GNTM: El ataque de la cucaracha

Donnerstag, 24. April 2008 23:15

Was bitte war das denn? Heidi Klum nur zweimal in einer kurzen Einspielung, kein “Ich habe ein Foto für dich” am Schluss, niemand muss heimfahren? Kein Wunder, dass der Trailer so tief gestapelt hat. Das war wohl die mit Abstand langweiligste Folge von Germany’s Next Topmodel.

Im Zweifel kann man sich aber immer noch darauf verlassen, dass der eine oder andere Nervenzusammenbruch die Dramaturgie über die Stunden rettet. Ein Ohnmachtsanfall mit anschließender Gehirnerschütterung bremst die erste Kandidatin gleich vor dem Abflug nach Australien aus. Vanessa bleibt mit Eisbeutel im heimischen Jugendzimmer. Wanda betritt das Set beim Kunden mit einem herzhaften “Ich fühle mich furchtbar. Ganz krank.”

Gehirnerschüttert: Vanessa

Top aber natürlich- und es wird schön langsam wirklich langweilig – Gisele. Die Tierfreundin Gisele. Aber bei Küchenschaben in der Wohnung war dann Schluss mit lustig. “Ich schlafe lieber mit einer toten Küchenschabe als mit einer lebendigen”. Ach was. Also eine Dose Haarspray schnappen, schütteln, und die Cucaracha ordentlich einsprühen.

Weil man in einer Kakerlaken-Wohnung aber nicht alle einzeln im Sprüh-Lack ersticken kann, blieb das Problem allerdings bestehen. Kein Schlaf also für Gisele. Die Nerven lagen blank. Ein großer Showdown bei der Schluss-Entscheidung, Rolf sagt, alle finden Gisele total mühsam, Gisele sagt, Sarah würde ihr drohen ihr eine aufzulegen. “Wenn du nicht die Schnauze hältst, klatsche ich dich weg!” Würde Sarah sowas sagen? Na aber sicher!

Tränen, Geschrei, … und jetzt hassen sie sich offiziell, Gisele und alle anderen. Im Speziellen: Gisele und Sarah. Und das macht ein bisschen Hoffnung, dass das alles nächste Woche wieder etwas unterhaltsamer wird.

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Nahversorger Praterstern: Bodenschatz

Mittwoch, 23. April 2008 18:04

Der neue Bahnhof ist inzwischen ja eröffnet, die meisten Geschäfte bezogen. Das Container-Dorf, Ausweichquartier für einige Geschäfte und Büros während der Umbauzeit, wird wohl demnächst abgerissen.  

Zumindest sieht es so als, als würden erste Vorbereitungen für den Abtransport der Container getroffen. Der Holzbalkon beim U-Bahn-Aufgang zum Sonntags-Billa, die letzten Sommer über Heimat vieler Heimatloser und vielleicht größter Freiluft-Dosenbierumschlagplatz der Stadt, wird gerade abgetragen. Das schaut dann so aus:

Rest: Müll

Ich weiß ja nicht, was Alt-Aluminium so wert ist, aber so finanziert sich so ein Abriss ja quasi fast von selbst.

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Luxury, please! – IV

Mittwoch, 23. April 2008 14:43

Viel Fernsehen

Heute: Tagsüber fernsehen. Weil es wohl kein untrüglicheres Zeichen dafür gibt, mit seiner Zeit großzügig umgehen zu können als sich zwei Folgen Roseanne am Stück anzusehen.

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Ich bremse auch für FahrschülerInnen

Dienstag, 22. April 2008 16:52

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, dass “Nonstop” ein passender Name für eine Fahrschule wäre? Da ist natürlich absehbar, dass die Insaßen das auferlegte Bremsverbot schon zu ihrer eigenen Sicherheit mit einer konstanten Geschwindigkeit von etwa 15 km/h ausgleichen.

Fahrschule Non Stop

Auf fahrschule-nonstop.at finden sich übrigens meine heutigen Lieblings-Seltsamen-Anführungszeichen. Ich zitiere: 

Unsere Fahrlehrer sind kompetente Mitarbeiter und auch “angenehme” Beifahrer mit sehr viel Geduld.

Whatever…

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Lass die Euro raus!

Montag, 21. April 2008 0:17

Lass die Euro raus!Grundsätzlich kann man ja davon ausgehen: Wo viel Polizei ist, ist immer was los. Und es können jetzt auch die gestrigen Ereignisse nichts dran ändern: Wenn ich wo viele Polizeibusse stehen sehe, dann will ich da hin. Und es waren wirklich sehr, sehr viele solcher Busse, die heute Abend die Wiener Innenstadt belagert haben. Alle aber strategisch gut so platziert, dass die, wegen derer sie da waren eigentlich kaum was davon mitbekommen haben.

Wie sich herausstellte, handelte es sich allerdings nicht wie spontan vermutet um eine pro oder contra Tibet oder China Demonstration, sondern um eine Fußball-Meisterschaftsfeier. Da werd ich also nach 30 fußballfernen Lebensjahren ausgerechnet in dem jahr, in dem die Fußball-EM in Wien stattfindet, auf meine erste Meisterschaftsfeier gelockt. Von der Polizei. Das fand ich seltsam genug, um gleich ein bisschen zu bleiben. Obwohl es sehr grusig war.

Ich kann mich übrigens noch gut daran erinnern, dass ich meinem Papa als kleiner Zwerg einmal bis in die Badewanne nachgelaufen bin, weil ich so aufgeregt war, dass in der Tabelle Austria Wien vor Rapid Wien geführt hat. Nachdem ich damals wie heute sportlich eher auf der Winterseite daheim war, hielt ich eine österreichische Doppelführung für total bemerkenswert. Tja,… wo sind die Zeiten. Egal, Rapid ist übrigens heute Meister geworden. Soviel hat sich also die letzten 25 Jahre gar nicht verändert.

Frau Stenzel weilt scheinbar gerade irgendwo in einem kleinen Waldschlösschen auf Urlaub, sonst hätte die strenge Frau Bezirksvorsteherin glaub ich nicht erlaubt, dass es da am Stephansplatz so zugeht. Wie Silvester mit ein bisschen weniger Menschen. Dafür brannte sogar hoch oben im Haas-Haus zur Freude der Menge Bengalisches Feuer. Ein echter Exzess!

Bis jetzt hab ich mir ja immer gedacht, ich bild mir das nur ein, dass das schlimm werden wird, zur Fußball-EM. Und dass es sicher nur halb so wild ist, so wie ich praktisch neben dem Finalstadion und Wiens zweitem großen Public Viewing Areal auf der Kaiserwiese zu wohnen. Inzwischen glaub ich ja, es wird tatsächlich ganz furchtbar. Da können Shaggy, Trix & Flix noch so ein lustiges Video zum EM-Song ins Rennen schicken. Das ist alles nur Fassade (und außerdem nicht halb so gut wie Forca). 

Der Hinterhof in dem sich das Drama mit dem verlorenen Ball abspielt wirkt außerdem – wahrscheinlich weil von so vielen hilfsbereiten (ich hatte ja ganz vergessen, was das für eine schöne Geschichte ist!) Menschen bewohnt – viel sympathischer als dieses gespenstische, menschenleere “Alpendorf“. Trix und Flix haben ja nicht mal Möbel in ihrem Haus, man sieht es ganz genau!

Die beiden Lieder sind übrigens ziemlich auf die Sekunde genau gleich lang. Für vergleichende Studien (die durchaus lohnen) empfehle ich deshalb das gleichzeitige Abspielen, Ton natürlich von Nelly, Trix & Flix auf Mute. Enjoy.

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Nicht Räuber und Gendarm spielen!

Samstag, 19. April 2008 19:20

Hm, welchen hätte es denn eigentlich treffen sollen? 

Aber ganz abgesehen von der etwas verunglückten Headline: Gefährlicher fürs Gegenüber blieben am Ende doch die echten.

Die legten sich vergangene Nacht nämlich gleich auf mehreren Autobahn-Parkplätzen rund um Wien auf die Lauer, um dort eine Bande zu Schnappen, die sich die letzten Monate über als Polizisten ausgegeben hatte und dann bei fingierten Verkehrskontrollen ihre Opfer ausgeraubt hatten. Als Tarnung diente den echten Beamten gestern ein “Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen” (so deutlich hat die österreichische Polizei wohl noch nie gemacht, dass Ausländer/-innen nicht nur in der Täter-, sondern eben auch in der Opfer-Statistik eine besondere Stellung finden).

Die Falle schnappt zu, tatsächlich werden die Lockvögel kontrolliert. Die Falschen bemerken, dass die Echten die Echten sind und werden nervös. Die Echten fühlen sich bedroht. “Der eine Beamte hat daraufhin zum eigenen Schutz sofort seine Waffe gezogen, sich als Polizist lautstark zu erkennen gegeben, nachdem der eine tatverdächtige aber nicht abgelassen hat von ihm, hat er den ersten Schuss abgefeuert”, so erklärte der Leiter LKA Niederösterreich heute was passiert war. Am Ende ist einer der Tatverdächtigen tot, die beiden anderen ebenfalls angeschosen. Die Polizisten bleiben scheinbar unverletzt. Die Rede ist von einem vorangegangenen Schuss eines der Verdächtigen, und davon, dass diese versucht hätten, die echten Polizisten zu überfahren.

Stop! Falsch!

Malcolm Gladwell hat in seinem Buch Blink! ein ganzes Kapitel einem Fall gewidmet, in dem Polizisten – dort auf einen Unschuldigen – geschossen haben. In “Sieben Sekunden in der Bronx” zeigt er sehr schön, in welch minimaler Zeitspanne sich solche Ereignisse und potentiell tödliche Entscheidungen ereignen. Und was für eine wichtige Rolle hier Mimik und Gestik, vor allem aber (auch um diese richtig lesen zu können) der Faktor Zeit für eine am Ende passende Entscheidung spielen.

In den USA sind manche Polizeibezirke als Reaktion auf Probleme mit behaupteten und echten Polizei-Übergriffen dazu übergegangen, PolizistInnen alleine, und nicht mehr zu zweit auf Streife zu schicken. “Ein einzelner Polizeibeamter wird immer versuchen, eine Situation zu verlangsamen, aber wenn Polizeibeamte zu zweit unterwegs sind, beschleunigen sie die Dinge”, meint Gladwell (s.228). Es hätte sich tatsächlich gezeigt, dass Polizisten schwierigen Situationen aus diesem Grund besser alleine begegnen würden. 

Völlig zurecht erfahren die betroffenen Beamten jetzt eine besondere Betreuung. Nachdem ich natürlich nicht davon ausgehe, dass irgendjemand mit dem Vorsatz zu diesem Einsatz aufgebrochen ist, dabei jemanden zu erschießen, ist das nicht nur ein jeden ganz persönlich schwer belastendes Ereignis, sondern wohl auch eine insgesamt misslungene Mission.

Die Frage bleibt halt, ob die ganze Art und Weise so eines Einsatzes überhaupt die Möglichkeit geboten hat, dass sie die Polizisten nicht bedroht fühlen würden. Immerhin war dass sie überfallen werden Teil des Planes. Und das ist keine besonders entspannte Situation in der man einen kühlen Kopf bewahrt.

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