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Falls jemals Scheinehe mit einer Lesbe, dann mit Ellen DeGeneres

Hit itGut, sie ist inzwischen 50, das kommt mir im Moment noch ein bisschen alt vor. Niemand sollte Frauen heiraten, die nicht deutlich jünger sind als die eigene Mutter. Auch nicht zum Schein.

Andererseite schmeißt sie die vielleicht lustigsten Promi-Geburtstagspartys, wie man auf diesem fantastisch ausgeleuchteten – ähm – Schnappschuss von ihrer “about 600 of Ellen’s closest friends showed up at the Warner Brothers Studio backlot”-Feier deutlich sehen kann.

In Wirklichkeit stellt sich das Problem natürlich eh nicht. Weil Ellen wird wohl bald unter der Haube sein. Sie will ihre langjährige Partnerin Portia de Rossi heiraten (die hat zumindest gerüchteweise tatsächlich Erfahrung mit Scheinehen. Ging nicht gut). Zumindest soll sie das am Rande ihrer Fernseh-Show verkündet haben, kurz nachdem das Oberste Gericht in San Francisco (ha!) ein Verbot der dortigen Homo-Ehe für Verfassungswidrig erklärt hat.

Womöglich wird sie sich da aber beeilen müssen. Die lange und ziemlich chaotische Geschichte der kalifornischen Homo-Ehe ist nämlich damit wohl noch nicht zu Ende. Die geht bisher – in groben Zügen so:

• 2004 stellt die Stadtregierung von San Francisco homosexuellen Paaren Heiratsurkunden aus.

• Der Oberste Gerichtshof von Kalifornien erklärt die vier Monate später für ungültig. Wer geheiratet hat ist jetzt also wieder unverheiratet.

• Im September 2005 beschließt daraufhin das kalifornische Parlament ein Gesetz, das die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen PartnerInnen erlaubt.

• Mein Landsmann Arnold Schwarzenegger legt aber als zuständiger Gouverneur sein Veto ein. Das Gesetz ist also beschlossen, tritt aber nicht in Kraft.

• Und jetzt hat sich das Oberste Gericht in Kalifornien wieder mit dieser Angelegenheit beschäftigt und festgestellt, dass alle Gesetze, die gleichgeschlechtlicher Ehen verbieten, verfassungswidrig seien. Das betrifft also gar nicht direkt das von Arnold Schwarzenegger blockierte Gesetz, sondern die Grundlagen für die Ungültigerklärung der Ehen von 2004. Beispielsweise ein Gesetz aus den 70ern, das die Ehe als “one man, one woman” definiert. In etwa einem Monat können also wieder Homo-Ehen geschlossen werden, weil sie nicht verboten werden dürfen.

• Für kommenden November planen besonders fortschrittliche Kräfte allerdings bereits die Abstimmung über einen Verfassungszusatz, der die Ehe zwischen Personen des gleichen Geschlechts wieder verbieten soll.

Was dann mit denen passieren würde, die inzwischen geheiratet haben… Da müssten wir dann wohl Ellen fragen. Und eigentlich interessant auch, ob die 2004 verheirateten jetzt doch verheiratet sind.

Arnie will die Bestrebungen für diesen Verfassungszusatz übrigens nicht unterstützen. Geht jetzt auch schlecht, weil die Begründung für sein Veto zum homo-Ehen-Gesetz 2005 war, dass er findet, darüber sollten Gerichte und WählerInnen entscheiden und kein Parlament. Schwarzenegger damals: Ein solches Gesetz verwirre nur. “Wenn das Verbot von gleichgeschlechtlichen Ehen verfassungswidrig ist, ist dieses Gesetz unnötig. Wenn das Verbot verfassungsgemäß ist, ist dieses Gesetz wirkungslos.”

Das wär dann jetzt ja mal erledigt. Fürs erste.

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