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Mittendrin statt nur dabei: Markus beim EM-Finale

Fast wär das ja ein totaler Reinfall geworden, das Finale direkt beim Stadion anschaun. Zwar hört man tatsächlich Jubel gut nach außen, aber es ist ein Irrglaube, dass man auch nur irgendeine Chance hat zu erkennen, wer da jetzt ein Tor geschossen hat. Wieder was gelernt.

Nach den Nationalhymnen war Schluss mit Wissen wer wer ist. Und da hab ich auch nur die spanische gut gehört, als die deutsche dran war, kamen ein paar Müllwägen die Straße entlang, und so gut ist die Akustik dann auch wieder nicht.

Aber dann, bei einer schon etwas traurigen Abschiedsrunde ums Stadion und schon ausrechnend, ob ich wenigstens die zweite Halbzeit noch sehen würde, wenn ich mich dann gleich auf den Weg zum Ring machen würde, war es plötzlich da: Ein Loch im Transparente-Dschungel mit einer kleinen Menschentraube davor.

Zaungäste

Und tatsächlich: Dahinter eine riesige Vidi-Wall. Scheinbar für Stadion-Mitarbeiter oder sowas in der Art. Ich nehm ja mal an, dass VIPs im Stadion einen Platz kriegen und nicht davor sitzen müssen. Also hatte ich ein gutes Plätzchen gefunden. Stadion-Sound in Echtzeit und ein guter Blick auf einen riesigen Bildschirm.

So richtig Stimmung wollte trotzdem nicht aufkommen. Obwohl immer mehr Spanier und Deutsche ihren Platz vor dem Zaun fanden. Die Schuldige: Unsere resche Security-Frau. Kaum hat ein unbedachter junger Mann mal kurz seine Tröte angewirfen, stand die kettenrauchende Rothaarige, die normalerweise ein paar Meter innerhalb der Absperrung ihre Runden drehte schon direkt vor uns.

“Des losst glei wieder bleim, wei sunst is do so-fort Schluss bei eich!” sagte sie mit einer Überzeugung in der Stimme, dass auch der junge Mann, der wie ich später rausfand kein Wort Deutsch verstand, wusste: Es würde genau drei Minuten dauern und der Zaun würde auf ihren Befehl hin mit neuen Transparenten bezogen. Wir waren Gäste von Rotschopfs Gnaden. Und wer hupen will, braucht halt ein Ticket. So einfach ist das.

Also haben die Deutschen nur ganz leise “Deutsch-land, Deutsch-land” gemurmelt, und die Spanier nur kurz geklatscht, als das entscheidende 1:0 gefallen ist.

Ich hab den Pokal gesehen

Den riesigen UEFA-Pokal-Heißluftballon hab ich dann seltsamerweise nicht mehr gesehen, nur beim Probeaufblasen kurz vor dem Spiel. Sehr schade, das wär eine schöne Show für uns gewesen, die Zaungäste, die Mittellosen, die keine nach Farbkopie ausschauenden Schwarzmarktkarten an der U-Bahn-Station kaufen wollten.

Aber es war auch so sehr schön in der verbotenen Fanzone. Und ein bisschen lauter gejubelt haben dann beim Schlusspfiff auch alle. Da kam die böse Frau dann und hat die Flaschen aus den Zaun geschlagen, mit denen die Transparente provisorisch hochgespannt waren.

Fesch gewinnt

Und morgen ist Wien wieder UEFA-frei. Auf Wiedersehen, Euro 2008. Mal schaun wie lang das dauert, bis alle Fußball-Plakate überklebt sind.

Ich bin ja schwer dafür, dass Wien sich am Montag um die nächstmöglichen olympischen Sommerspiele bewirbt. So Sport-Großveranstaltungen in der Stadt machen ordentlich Spaß. 

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