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WordPress 2.6 – The Return of the Turbo-Taste

WordPress hat mich heute höflich darauf aufmerksam gemacht, dass es in einer neuen Version erhältlich ist. Man rückt zwar nur eine kleine Nummer weiter (von 2.5 auf 2.6), legt aber doch den Grundstein für ein paar recht tiefgreifende Änderungen. Interessanterweise setzt die WordPress-Community dabei einen Trend fort, den man von den großen Social Networks kennt: Man übernimmt Funktionen, die sich anderswo bewährt haben und verschmilzt die Features.

So gibt es ab sofort eine Versionskontrolle, die der von Wikipedia nicht nur ein bisschen ähnlich schaut. Änderungen sind also ab sofort mit einem Klick rückgängig zu machen. Auch der Sprung zur fünftletzten Version ist kein Problem.

Auch interessant, wenn auch mit ein bisschen Bauchweh, ist die “Press It”-Funktion, ein kleines Skript, dass man bei den Favoriten im Browser ablegen kann. Stolpert man im World Wide Web dann über eine interessante Seite, klickt man drauf und kann die gefundene Url, oder auch nur ein eingebettetes Bild oder Video sofort auf dem eigenen Blog posten. Das ist praktisch, allerdings gibts ja kaum fadere Blog-Einträge als die, die nur aus einem Blogeintrag bestehen, den man irgendwo anders gefunden hat. Nachdem man die eigene Admin-Fläche jetzt nicht mal mehr betreten muss, triggert das diese Art der Informationsvermehrung natürlich. Und es funktioniert beim ersten Anprobieren auch nur mittelprächtig. Das folgende offizielle-Demonstrationsvideo von WordPress 2.6 hab ich so zum Beispiel nicht einbinden können. Vielleicht hab ich’s aber einfach auch nicht ganz geschnallt.

Es gibt noch ein paar kleine Verbesserungen an verschiedenen Ecken und Enden, was man sich halt so erwartet von einem Upgrade. Die wahre Killer-Applikation könnte aber die Implementierung von Google Gears darstellen. Aktivierbar über einen einzigen Mausklick auf einen “turbo”-Link in der WordPress-Admin-Oberfläche.

Google Gears? Nie gehört? Naja, ich auch nicht. Aber grundsätzlich ist der Gag dran der: Im Moment findet alles auf dem Server statt, auf dem der eigene WordPress-Blog installiert ist. In meinem Fall also irgendwo in Deutschland. Alles was ich jetzt an meinem Desktop seh wird mir vorher von diesem Server generiert. Ich füll permanent ein Online-Formular aus. Damit bin ich erstens von einer guten und stabilen Internet-Verbindung abhängig, zweitens von einer entsprechenden Servergeschwindigkeit (auf die ich recht wenig Einfluss hab). Beides Dinge, die potentiell die Arbeits-Geschwindigkeit beeinträchtigen und den Spaß am Bloggen bremsen.

Dem an sich völlig unnötigen Problem begegnet Google mit einem kleinen lokalen Server. Damit arbeitet man weitgehend in der Umgebung des eigenen Rechners und kommuniziert mit dem Webserver nur dann, wenn es auch wirklich notwendig ist. Das zahlt sich vor allem dann aus, wenn die Internetverbindung langsam oder sehr teuer ist. Man kann damit jetzt sozusagen offline Bloggen und das fertige Ding dann online stellen. Für einen Reiseblog aus dem Australischen Outback, der über Satelliten-Verbindung online geht eine extreme Erleichterung. Aber auch nicht zu unterschätzen, wenn man sonstwo eigentlich nur gelegentlichen WLAN Zugang hat. Und vielleicht gibt es auch sonst noch tausend Vorzüge, die sich mir als Halb-Auskenner halt jetzt nicht erschließen. Der Google-Coolio-Programmierer von der Developer Conference 2007 erklärt das eh ganz ausführlich.

Will ich das haben? Ich weiß noch nicht. Falls ich’s ausprobier werd ich Bericht erstatten. Im Moment ist keine Australien-Reise geplant. Auf 2.6 umsteigen empfiehlt sich aber sowieso für alle WordPress-NutzerInnen. Muss natürlich nicht gleich heute sein, es ist kein echtes Security-Update, und vielleicht tauchen ja noch ein paar Tücken auf die nächsten Tage. Die alte Version wird aber wie üblich nicht mehr weiter unterstützt, über kurz oder lang sollte man sich also das bisschen Zeit nehmen. Den Download zur neuen Version gibt’s seit heute auf wordpress.org.

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