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Eurovision Song Contest 2009 – Flick-Flack ist Pflicht

Song Contest ist ja irgendwie von Gestern. Paradoxerweise gibt’s aber auch dort immer wieder Trends. Und der Trend des Jahres 2009 geht eindeutig in Richtung Akrobatik. Von den 19 Liedern des zweiten Semifinales gab’s etwa bei jedem dritten mindestens einen Flick-Flack auf der Bühne. Ein weiteres Drittel hüpft zumindest folkloristisch rum, der Rest ist wegen der Streichinstrumente an den Hocker gefesselt. Die HüpferInnen haben sich klar durchgesetzt. Und die Kombination aus beiden (Hüpfen und Geige spielen) gilt als haushoher Favorit. Das norwegische Fernsehen hat überhaupt gut eingekauft. Alexander Rybak ist in Weißrussland geboren und bemüht sich sehr, seinen russischen Akzent bei jeder Silbe ordentlich rauszudrücken. Und zwischen den russischen Silben gibt’s Zähne. Der Mann kampflächelt.

Apropos Favoriten und Underdogs: Google versucht sich ja zusehens als Orakel. Nachdem man gelernt hat, Grippewellen anhand der Suchabfragen schon vor den Arztpraxen zu orten (wobei man allerdings bei der Schweinegrippe kläglich versagt hat), geht’s an die wichtigen Dinge. Der Suchmaschinenanbieter hat ine Prognose zum Ausgang des Song Contests abgegeben, errechnet aus den Suchabfragen nach den antretenden Songs.

Nachdem jetzt die ersten offiziellen Ergebnisse da sind, an denen man sich messen lassen muss: Die Trefferquote hält sich in Grenzen. Von den 20 Finalisten hat Google nur 12 richtig verausgesagt. Das hätte wohl jeder mit halbwegs normalen Ohren auch hingekriegt. Überzeugt mich nicht wirklich. Googles Plätze 11, 14 und 15 sind schon nicht mehr im Rennen. Und nach den holländischen “De Toppers” (11.) haben wohl die meisten nicht gegoogelt, weil sie das Lied so toll, sondern die Band so scheiße finden. Da ist Klick nicht gleich Klick.

Meiner Meinung nach etwas überraschend raus ist Serbien. Dafür kam die Ukraine souverän ins Finale. Das “Anti-Crises Girl” trifft mit diesem Titel scheinbar den Nerv der Zeit. Trotzdem der dümmste (englische) Text im Wettbewerb. Beginnt so:

You are sexy – bom / You are so sexy – bom / gonna make me crazy – bom / We’re gonna do the bom bom / Ain’t that amazing – bom / I’m very busy – bom / It’s not so easy – bom / I’m gonna tease you – bom bom / without a reason – bom / I’ll call you on the phone / You speak in monotone / Don’t want to be alone / because I’m crazy – bom

Und auch hier: Spagat. Statt der Schnurrbart-Buben gab’s heute übrigens so,… Römer. Mit nacktem Oberkörper, silbernen Hotpants und Bürsten auf dem Kopf. Hübsch und doof.

Wer’s anschaun will: Der ORF sendet das zweite Halbfinale jetzt dann gleich. 0:20 Uhr geht’s los.

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