Beiträge vom Juli, 2009

Bei aller Liebe,… meine Wohnung ist keine Jausenstation!

Donnerstag, 30. Juli 2009 23:21

Der Plan war gut, aber naiv: Ich wollte nicht lästig sein, dem Bodenleger keinen Stress machen. Immerhin hab ich meine alte Wohnung eh noch bis Ende September, die Küche kommt erst in ein paar Wochen und sicher haben es viele andere Neo-Nachbarn aus triftigen Gründen total eilig mit dem Umzug und brauchen deshalb schnell alles verlegt. Ich hab mich also mit einem “Irgendwann die nächsten drei Wochen” zufriedengegeben, aus dem dann ein “bis 27. Juli” wurde. Da sollte alles fertig sein.

Heute war also der vierte Tag, an dem ich hoffnungsfroh am Abend nach der Arbeit den Schlüssel umdreh, um dann festzustellen, dass dahinter immer noch Estrich vor sich hinstaubt.

Gestern stand immerhin schon eine kleine Säge in einer Ecke, drei Flaschen Eistee waren vorbereitet und ein Sackerl mit Wurstsemmeln lag bereit.  “Juhu!”, denk ich mir. Und: “Morgen geht’s los!”

Knacker und Senf

Ich konnte ja nicht ahnen, dass die Herren Bodenleger einfach nur meine Wohnung zum Sozialraum erklärt haben. Da hat sich von gestern auf heute zwar auch einiges verändert, aber nur insofern, als die Reste der Wurstsemmeln in einem Plastiksackerl-Müllsackerl am Heizkörper hängen und das Vorratslager um eine Knacker, Senf und Buttermilch erweitert wurde.

Morgen werd ich da mal tagsüber vorbeischaun. Da steppt ja anscheinend ordentlich der Bär. Und vielleicht lässt sich der kulinarisch bewanderte Holzverkleber mit sanften Druck dann ja dazu bewegen, das eine oder andere Jausenbrettchen auch mal auf den Boden zu legen. Dort wo’s eigentlich hin sollte. Sonst verlang ich nämlich demnächst Miete.

3 Kommentare

Eins, zwei, drei, los geht’s. Markus zieht um!

Sonntag, 12. Juli 2009 22:29

Da hat man das Gefühl, das dauert alles noch viele Monate, und hat damit sogar ganz lange Recht, aber irgendwann geht’s dann Schlag auf Schlag. Mietvertrag unterschreiben, Schlüsselübergabe, Herzlich Willkommen im neuen Zuhause! Eine von Wiens schillernden neuen Wohnanlagen – Wohnen am Park – ist endlich fertig und hat 500 neue Bewohner. 499 andere und mich. Ich freu mich sehr. Aber was bitte wollte mir die GESIBA mit dem Maßband sagen, das ich beim Vertragsunterschreiben geschenkt bekommen hab? “Bitte alles nachmessen, unsere Pläne sind so ein bisschen,… naja, sie werden schon sehn!”?

Nachmessen!

Nein eh super. Und ich muss auch wirklich ehrlich sagen: Hat alles blendend funktioniert. Ist wahrscheinlich gar nicht so einfach zu organisieren, so viele Wohnungen auf einmal loszuwerden.

Jetzt hab ich also fünf Schlüssel für eine Wohnung, in der noch nie wer gewohnt hat. Und so schaut sie auch aus: immer noch kein Boden (aber immerhin schon viele Parkett-Pakete, die sich der Bodenleger bereitgelegt hat), keine Küche (aber einen Kaufvertrag und einen Liefertermin), und sonst auch nix.

Weil Schlüssel haben und doch noch nicht umziehn aber sehr langweilig ist, hab ich nach langem Überlegen doch ein kleines Möbelstück ausgesucht, das voll kolonialistisch vorgeprescht ist und jetzt der erste Einrichtungs-Gegenstand an dieser historisch völlig neuen Adresse wurde. Also Möbelstück,… ein Aschenbecher halt.

Heute kam dann schon Teil 2: Mein Fahrrad. Seit zwei Vorgänger aus dem Innenhof der alten Wohnung geklaut worden sind, hatte es einen Stammplatz bei mir im Vorraum. Ein unendlicher Platzfresser. Nur vernünftig, das Ding schon mal vorauszuschicken. Jetzt hängt es im stylishen Fahrradraum und ich kann mir endlich die Schuhe wieder anziehen, ohne die ganze Zeit darauf aufpassen zu müssen, dass ich das Ding nicht umschmeiße.

Our House

Der Rest wird folgen. Ganz gemach, nach und nach, sobald mal sowas wie ein Boden in der Wohnung liegt. Ich kann ja nicht alles ins frisch geflieste Badezimmer reinstopfen.

Und falls wer bei einem hellblauen Haus mit rosa Balkonen und voll super Park vorbeikommen sollte: Dort wohn ich jetzt.

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