Beiträge vom Februar, 2010

Digitale Archäologie: Das Leben eine Festplatte

Samstag, 20. Februar 2010 2:05

Alte Ordner auf der Festplatte sind ja der Dachboden des neuen Jahrtausends. Und obwohl mir in den letzten acht Jahren mindestens dreimal Computer desmaßen abgeschmiert sind, dass ich so gut wie alle wichtigen Daten verloren hab: Auf meiner Backup-Festplatte finden sich tatsächlich Dateien aus längst vergangenen Zeiten. Was  heißt Dateien,… Artefakte! Ein paar wenige schaffen es dann ja doch immer auf verschlungenen Wegen von einem Rechner zum nächsten.

Manchmal sucht man dann irgendwas, von dem man glaubt, dass es da ja irgendwo sein müsste oder zumindest könnte. Und findet es natürlich eh nicht. Stattdessen Tagebuch-Fragmente, ein paar halbfertige und fertige Seminararbeiten, Flyer-Entwürfe und viele völlig unzuordenbare Dinge.  Und mittendrin lagern da bei mir auch zwei mp3-Dateien, die mich heute beim Drüberstolpern wieder an meinen kurzen Anflug elektro-musikalischer Ambitionen erinnert haben.

Es war im Jahr 2002 (sagt das Erstellungsdatum), da hab ich mir eine gecrackte Versionen von Fruity Loops auf meinen Computer geladen und zwar nicht so recht verstanden, was das macht und wie das funktioniert, aber natürlich trotzdem wild drauflos … ähm … komponiert. Ich kann mich noch daran erinnern, dass mein größtes Problem war, dass ich “Text” haben wollte, und dann irgendwelche .wav-Schnipsel aus dem Netz geladen hab. Und zwar wirklich irgendwelche.

Ich hab bald eingesehen, dass das alles keine große Zukunft hat, und die Dinger eingemottet. Zwei Werke haben überlebt, der Rest gilt als verschollen. Sie heißen “Sitar” (wenn ich mich richtig erinnere, weil eine Tonspur so geheißten hat) und “Dambeck” (ich hab keine Ahnung warum). Und sie sind recht monoton. Fast möchte ich sagen experimentell… Und acht Jahre später scheint mir jetzt die Zeit gekommen, sie der Welt vorzustellen. Mir ist ja nix mehr peinlich…

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

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Ich weiß bis heute nicht, was dieser russische Text im zweiten … äh … Track bedeutet. Ich weiß eigentlich nicht mal, ob das Russisch ist. Aber hier erhoffe ich mir Hinweise vom fach- und sprachkundigen Publikum. Worum zur Hölle geht’s in Dambeck?

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Killing me softly

Sonntag, 14. Februar 2010 17:46

Sechs Morde soll es auf den Philippinen gegeben haben, nachdem in Karaoke-Bars “My Way” von Frank Sinatra geträllert wurde. Weiß orf.at heute in einem liebevoll aus der New York Times abgeschriebenen Artikel zu berichten. Geschehen sind die Morde wohlgemerkt in einem Zeitraum von 10 Jahren.

Jetzt ist es ja nicht gerade leicht, eine zuverlässige Liste der beliebtesten Karaoke-Songs zu erhalten. Zumindest in einer Liste der PRS for Music, der großbritannischen AKM, rangiert “My Way” allerdings im Jahr 2009 hinter “Waterloo” und “Bohemian Rapsody” auf Platz 3. Knapp vor “I Will Survive” übrigens. Das würde eigentlich ja viel besser zu latenten Mordgelüsten beim Publikum passen und könnte noch unentschlossene Zuhörer bei ihrer Schlächter-Ehre packen.

6 Morde in 10 Jahren, macht einen alle 20 Monate. Wenn täglich in jeder Karaokebar einmal “My Way” gesunden wird und es in Manila etwa 100 solche Bars gibt (alleine 90 haben einen Eintrag im Branchenbuch von Google), dann endet jede 60000. Interpretation von “My Way” mit Exitus.

Die Chance, dass so ein Auftritt der letzte gewesen sein könnte liegt damit etwa halb so hoch wie die, mit einem einzigen Tipp beim österreichischen Lotto einen 5er zu haben. Bei einer Mordrate von 3,82/100000, also einer Wahrscheinlichkeit von 1:27000, innerhalb eines Jahres auf den Philippinen eines gewaltsamen Todes zu sterben, scheint da so ein kleines Liedchen also weiter nicht ins Gewicht zu fallen.

Aus der Distanz betrachtet muss man sich also eigentlich keine Sorgen um den jungen Mann hier machen. Auch wenn man selbst ein kleines Kribbeln in den Fingern spürt.

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Gebt mir eine Landstraße und macht das Licht aus!

Donnerstag, 11. Februar 2010 0:50

Ein bisschen Video-Overflow hier in letzter Zeit, ich geb’s ja zu. Und wenn der Schnee dann irgendwann mal weg ist und die Sonne wieder scheint, dann geh ich auch wieder raus und krall mir ein richtiges Leben.

Inzwischen wart ich aber hier im Warmen auf das Album zum Februar-Ohrwurm. “Broken Bells” von “Broken Bells” soll dann im März erscheinen, bis dahin gibt’s nur “The High Road”. Und wenn’s nicht so kalt wär, würd das zig spätpubertierende Jungs nachts mit Taschenlampen auf die Straßen treiben.

Und bitte aufpassen: Nicht öfter als fünfmal am Tag hören, sonst hat man es bald nicht mehr lieb!

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Der Herr der bunten Ringe

Dienstag, 2. Februar 2010 2:11

Hans Rosling ist Professor of International Health am Stockholmer Korolinska Institutet und verzaubert regelmäßig sein Publikum mit seinen etwas schrulligen, aber absolut sehenswerten Vorträgen. Er ist ein Star-Redner bei den TED-Konferenzen und macht dort seit 2006 vor allem durch den Einsatz der von ihm mitentwickelten Präsentations-Software Gapminder Furore. Die macht es möglich, aus trockenen Statistik-Tabellen ansehnliche Bilder zu zaubern.

Wenn dann zu den beweglichen Kugeln noch ein Presenter mit aufs erste Hinschaun gar nicht erwarteten Entertainer-Qualitäten kommt, dann wundert es nicht, dass der die Auftakt-Session bei der ersten Ausgabe des Indien-Ablegers der TED-Reihe (TEDIndia) halten darf. So geschehen letzten September. Ich brauch da ja immer ein bisschen, bis ich sowas mitkrieg. Aber die 16 Minuten lohnen sich auch ein paar Monate später noch. Weil das nicht nur inhaltlich interessant ist (“Asia’s rise – how and when”), sondern weil es durchaus Mut macht, auch komplexere Inhalte in überschaubarer Zeit in die Köpfe des Publikums zu bringen.

Ein paar weitere Videos von Hans Rosling gibt’s in der Video-Abteilung von gapminder. Ein bisschen mit der inzwischen von Google gekauften Software rumspielen lässt sich unter tools.google.com/gapminder.

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