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Killing me softly

Sechs Morde soll es auf den Philippinen gegeben haben, nachdem in Karaoke-Bars „My Way“ von Frank Sinatra geträllert wurde. Weiß orf.at heute in einem liebevoll aus der New York Times abgeschriebenen Artikel zu berichten. Geschehen sind die Morde wohlgemerkt in einem Zeitraum von 10 Jahren.

Jetzt ist es ja nicht gerade leicht, eine zuverlässige Liste der beliebtesten Karaoke-Songs zu erhalten. Zumindest in einer Liste der PRS for Music, der großbritannischen AKM, rangiert „My Way“ allerdings im Jahr 2009 hinter „Waterloo“ und „Bohemian Rapsody“ auf Platz 3. Knapp vor „I Will Survive“ übrigens. Das würde eigentlich ja viel besser zu latenten Mordgelüsten beim Publikum passen und könnte noch unentschlossene Zuhörer bei ihrer Schlächter-Ehre packen.

6 Morde in 10 Jahren, macht einen alle 20 Monate. Wenn täglich in jeder Karaokebar einmal „My Way“ gesunden wird und es in Manila etwa 100 solche Bars gibt (alleine 90 haben einen Eintrag im Branchenbuch von Google), dann endet jede 60000. Interpretation von „My Way“ mit Exitus.

Die Chance, dass so ein Auftritt der letzte gewesen sein könnte liegt damit etwa halb so hoch wie die, mit einem einzigen Tipp beim österreichischen Lotto einen 5er zu haben. Bei einer Mordrate von 3,82/100000, also einer Wahrscheinlichkeit von 1:27000, innerhalb eines Jahres auf den Philippinen eines gewaltsamen Todes zu sterben, scheint da so ein kleines Liedchen also weiter nicht ins Gewicht zu fallen.

Aus der Distanz betrachtet muss man sich also eigentlich keine Sorgen um den jungen Mann hier machen. Auch wenn man selbst ein kleines Kribbeln in den Fingern spürt.

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