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2000 Tage und ein bisschen leise

Oder: Was wurde eigentlich aus den ganzen Weblogs der Nuller-Jahre?

Einmal im Jahr, wenn die Rechnung des Webhosters im Email-Postfach landet, fragt man sich ja schon ein bisschen,… Wozu bezahlt man eigentlich Webspace und den ganzen Kram, wenn man den eigenen Blog offenbar eh vor sich hingammeln lässt und bestenfalls in Phasen größter Langeweile das alte Passwort rauskramt um alle Widgets zu aktualisieren.

Ein eigener Weblog, das war Ende der Nuller-Jahre fast schon eine Frage der Ehre. Hatte man eine lustige Idee, brauchte man sie nicht mehr per Mail verschicken, sondern konnte sie bloggen. Man hätte sie schon damals auf Facebook posten können, aber das war von seiner heutigen Allgegenwärtigkeit tatsächlich noch ein Stück entfernt (man kann es sich kaum noch vorstellen).

Natürlich sind Weblogs nicht verschwunden. Wer mehr zu sagen hat als in einem Tweet Platz hat, schätzt die unendliche Freiheit der Zeichenzahl nach wie vor. Und Facebook ist schön, aber eben auch deshalb, weil es eine kleine Blase ist. Wer nicht mit mir befreundet ist, wird meine lustige Statuszeile nicht zu Gesicht bekommen, so „öffentlich“ können meine Privacy-Einstellungen gar nicht sein. Und NSA zählt nicht.

Das ist bei Weblogs schon ein bisschen anders. Googles kleinen Robotern sei Dank haben die Dinge hier nämlich einen gewissen Bestand. Auch wenn ich hier über Jahre hinweg ja praktisch nichts geschrieben habe, dann haben auch während dieser Zeit jeweils ein paar Tausend Menschen hier Dinge erfahren. Dass der Billa am Praterstern wirklich täglich von 6 Uhr früh bis 22 Uhr geöffnet hat (eigentlich haben sie erfahren, dass er um 21 Uhr zumacht. Was inzwischen falsch ist und hiermit richtiggestellt) zum Beispiel. Oder was ich nach seinem Tod zu Jörg Haiders Homosexualität (falls!) zu sagen hatte. Ich weiß das, weil Google via Analytics nicht nur den Geheimdiensten, sondern auch mir jede Menge über die Besucher dieser Seite verrät.

Hätt ich das alles getwittert, um all die schönen Sachen wär’s geschehen. Das Internet vergisst zwar einerseits nichts, aber finden muss es halt auch erstmal jemand.

Und weil mir dieser Tage fad war, und ich meine Widgets aktualisiert und dabei zufällig gesehen hab, dass dieser Weblog (ziemlich) genau 2000 Tage alt ist, hab ich ihm nicht nur ein neues Layout verpasst, sondern auch beschlossen, dass ich schon auch was hier reinschreiben sollte. Wenn ich schon immer wieder dafür bezahl.

In diesem Sinne: Happy 2000th Birthday kleiner Weblog!

Bild: CC BY-NC-SA 2.0 / Colin Majury

Bild: CC BY-NC-SA 2.0 / Colin Majury

Und dass die Hälfte der Blogs in meiner Blogroll (Blogroll? Erinnert sich noch jemand?) ungefähr genauso scheintot sind wie dieser hier bis eben war, hindert mich natürlich nicht daran, die Blogs da drin zu lassen. Wer weiß was kommt…

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