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Ein bisschen Raumfahrt: Phoenix has landed

Montag, 26. Mai 2008 1:59

Wenn ich weiß, dass ich am nächsten Tag bald raus muss, kommt es manchmal vor, dass ich erst recht nicht ordentlich einschlafen kann. Dann klebt mein Finger auf der Fernbedienung und lässt die Kanäle rauf und runter laufen. Heute auch.

Aber der Unterschied: Heute bin ich nicht bei Richterin Barbara Salesch hängengeblieben, sondern bei einem mysteriösen Countdown auf CNN. Noch 3 Minuten bis zum Touchdown. Touchdown? Was ist da los?

Dauert nicht lang, und ich merke, ich bin mitten drin und live dabei bei der NASA Mission To Mars. Ha. Was für ein Glück!

Schwer konzentriert

Eigentlich ist eh schon alles vorbei, weil das Signal vom Mars braucht ja 16 Minuten. Aber noch bangt man im Kontrollraum. Zwei Minuten noch. Die Animation zeigt einen Fallschirm, die Kommentatoren sind ganz aufgeregt, weil da ist es ja so heiß am Mars, ob das alles gut geht. Und das Ding muss ja so arg abbremsen. Und die Athmosphere dort. Und überhaupt.

Und jetzt – gleich – ja – ja – yippie!

SUPA NASA

Alles Gut. Phoenix sanft gelandet. Da freuen sich die kleinen blauen Männchen und die paar Frauen im Kontrollraum.

Mein Interesse an Raumfahrt verdank ich ja sogar eher der Bezaubernden Jeannie als StarTrek, man kann sich also vorstellen: Es reicht nicht gar so weit. Aber grad fühl ich mich ein bisschen wie in den 50er Jahren beim Apollo-Programm.

Und sehr super, dass CNN zwar sofort nach der Landung zu anderen Themen übergeht. Der Live-Stream aus dem NASA-Kontrollraum aber im Netz weiterläuft. Und dort sitzen jetzt nur noch – moment – ungefähr fünf brav an ihren Plätzen. Die anderen haben alle ein Handy rausgezogen und telefonieren mit ihrer Freundin oder sonst wem der oder die sich lang aufgeregtes Lachen anhören muss… “Hey John! Yeah! Have you seen it?”. Mit Ton!

Ich mach mich auf die Suche nach Frau Salesch.

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Frechheit. France Douze Points, natürlich!

Samstag, 24. Mai 2008 23:49

Da war die Songcontest-Welt wohl einfach noch nicht bereit. Air & Duft Punk waren wohl zu wenig. Nächstes Mal muss anscheinend auch Mireille Mathieu ihr Schäuflein zum französischen Erfolg beitragen…

Sieger der Herzen

Und auch wenn es im echten Leben nur für einen 19. Platz reicht: Er ist trotzdem mein Sieger der Herzen: Sébastien Tellier mit ”Divine”.

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Die Punkte fliegen auch dieses Jahr nicht sehr weit. Alles was mal UdSSR war, gefällt sich gegenseitig besonders gut (außer es hat mal Krieg gegeneinander geführt). Und konsequenterweise gewinnt dann auch Russland vor der Ukraine.

Alles was skandinavisch ist macht das natürlich genauso, aber da bleiben wenigstens noch ein paar Punkte für die anderen übrig. Das sind ja nicht ganz so viele. Na das wird wieder ein Geschimpfe werden morgen…

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Ich bin ein Topmodel, holt mich hier raus!

Donnerstag, 22. Mai 2008 23:04

Ha, ja. Das ist natürlich schwierig, wenn nur noch fünf Kandidatinnen für Germany’s Next Topmodel im Rennen sind, und man immer noch welche loswerden muss. Warum da nicht in die Trickkiste einer anderen Show greifen? Bisschen Ekel, bisschen Stress, bisschen dauernd über die eigenen Gefühle reden müssen und mitkriegen was die anderen über einen denken, das treibt beim Dschungelcamp ja auch die KandidatInnen aus der Show.

Lecker Tentakel

Also werden frisch abgezogene Fischhäute um den nackten Topmodels gewickelt, Oktopusse um den Hals gehängt, dessen Arme zwischen die Zähne geschoben, die Tentakeln ausgelutscht… Keine schlechte Idee. Das legt die Nerven blank. Und wenn die gemeinsame Feindin Gisele nicht mehr da ist, dann tun sich zwischen den anderen plötzlich Gräben auf, wo niemand damit gerechnet hätte. Sie selbst wohl am allerwenigsten. Die Äxte fliegen tief. Und jede weiß: Wenn sie noch einer anderen was heimzuzahlen haben, dann müssen sie sich jetzt ranhalten. Diese Show, die nächste Woche und dann war’s das. Im Finale ist es zu spät.

Und weil das mir dem rumheulen und sticheln und streiten dann aber so gut funktioniert hat: Am Ende doch alle eine Runde weiter. Da wär ja schade drum.

Es dürfen also alle fünf zum Mach-Peyman-zur-Sau-Shooting antreten. Und da schreien sie dann Sachen wie: “Ich steck dir mal das Curry gleich in deinen Hintern rein, da kannst du mal sehen, wie das brennt.” Wie kommt man denn bitte jetzt spontan auf sowas?

Curry im Arsch?

Eines noch: Liebe Heidi Klum, ich hätte eine kleine Anmerkung zum Thema Etiquette. Da macht ihr ein Fotoshooting mit einem Konzept-Koch, der stolz auf seine Kreationen ist und praktisch … wie soll ich sagen … Mode kocht. Ein Mann der Haute Cuisine also. Und dann macht der eine Pasta-Figur. Und bitte, wenn ein Starkoch Pasta macht: Da macht man dann KEIN Ketchup drauf. Basilikum-Pesto, gehackte Oliven und Kapern, geschälte Cocktailtomaten, wenns schon was in Rot sein muss. Aber kein ordinäres Ketchup aus der Plastikflasche. Klassisches No-Go.

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Schwierig, ganz schwierig: Natascha Kampusch trifft

Montag, 19. Mai 2008 22:56

Ganz ehrlich? Ich hätte mir gewünscht, die um sich gehenden Gerüchte, die von Puls4 angekündigte Natascha Kampusch-Show wäre still und leise und vor allem noch vor der ersten Ausgabe abgesetzt worden, wären wahr gewesen. Sieht aber nicht so aus. Inzwischen gibt es erste Trailer zur Show, und die versprechen den Start am 1. Juni.

Natascha Kampusch @ PULS4

Wir sind also eingeladen, dabei zu sein, wenn Natascha Kampusch auf “Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, Musik und Literatur, Wissenschaft und Politik” trifft. Wie schön. Puls4 wird das also tatsächlich durchziehen. Und ganz egal, was man davon auch halten mag: Natascha Kampusch ist irgendwie sakrosankt.

Natürlich könnte man sich fragen, was genau sie jetzt als Moderatorin qualifizieren soll. Aber die wohl natürliche Reaktion darauf lautet: “Diese Frau hat genug Schlimmes durchgemacht. Wenn sie unbedingt moderieren will, bitte kann ihr nicht wenigstens der Wunsch erfüllt werden?”

Einerseits ja, klar. Kann er. Sie will ja nicht als Neurochirurgin im AKH anheuern. Soll sie doch talken wie sie will. Sehr viel schlechter als so manche andere Kollegen und KollegInnen (und ich nenne hier jetzt mit voller Absicht weder Namen noch Fernsehsender) wird sie wohl nicht sein.

Aber andererseits: Diese Frau hat eben schon genug Schlimmes durchgemacht. Eigentlich sollte man ihr eine schnelle Karriere als Privat-TV-Strohfeuer ersparen. Das hat schon andere, nicht vor-traumatisierte Menschen ziemlich weit runtergezogen. Und wen bitte soll Natascha Kampusch in dieser Show treffen, der oder die mehr interessiert als sie? Außer Mitgliedern der Familie Fritzl – und das ist jetzt nicht mal als geschmackloser Witz gemeint, sondern ganz im ernst – kann ich mir da jetzt wirklich niemanden vorstellen.

Vermutlich steckt sogar wirklich irgendwie die Idee dahinter, dass sich die Geschichte Kampusch irgendwann ablutscht und dann die Moderatorin überbleibt. Aber Achtung, in dem Moment stellt sich dann eben doch wieder die böse Frage: Was genau gibt Anlass zur Annahme, sie könnte das irgendwie besser als irgendwer anders?

Dass sie das unbedingt machen will: Klar, warum nicht. Dass sie sich nicht heimlich irgendwohin zurückziehen will: Wieso sollte sie? Dass sie sich im Zuge der Fritzl-Tragödie zu Wort gemeldet hat: Mehr als vernünftig. Natürlich hatte sie dazu etwas zu sagen. Bitte wer, wenn nicht sie?

Ob ihr das gut tut? Das kommt dann eben sehr darauf an, wie ehrlich die Leute rund um sie mit ihr sind. Jetzt, aber auch wenn “Natascha Kampusch trifft” dann läuft. Vielleicht ist sie ja gut, keine Ahnung. Vielleicht traut sich aber einfach auch niemand sagen: Du Natascha, das wird nix. Weil jetzt hat man das schon angekündigt, und überhaupt,… Aber dem oder der sei dann schon mal jetzt präventiv hinter die Ohren geschrieben, dass sich das unter vier Augen für alle Beteiligten leichter sagt, als wenn die Show einmal gestartet ist und alle zuhören.

Das ist schwierig. Ganz, ganz schwierig.

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Thomas Godoj vs. Sharon Stone: Keine Chance

Sonntag, 18. Mai 2008 2:10

Er hatte sich nicht angekündigt, plötzlich war er einfach da. Der Entertainment-Super-Saturday. Für alle was dabei. Das Finale von RTLs Deutschland sucht den Superstar, die große Show zum LifeBall vor dem Wiener Rathaus und für die denen das zu poppig oder homosexuell war: Carmen Nebel sagte “Willkommen bei Carmen Nebel“.

Der LifeBall stand die letzten Jahre über ja immer ein bisschen im Schatten des SongContest, der oft am gleichen Tag stattfand. Und zwei große TV-Übertragungen gleichzeitig, geht halt nicht. Wobei, bei Lichte betrachtet hat der ORF das heute sogar geschafft. Carmen Nebel UND LifeBall. Puh.    

Lifeball 2008

Das LifeBall-Dings fürs Fernsehen zu moderieren ist natürlich kein leichter Job. Und da passieren zwischendurch dann manchmal komische Dinge. Stars meinen es gut, und machen es schlecht und sagen Sachen wie, dass Homosexuelle die ohne Kondom Sex haben “wirklich alle weggehören”… Naja. Unterm Strich braucht sich das alles aber nicht zu verstecken. Weil es eben auch von einer Fernseh-Übertragung nicht totzukriegen ist. Der Event ist einfach zu gut. Er braucht das Fernsehen nicht, es tut ihm aber auch nicht (sehr) weh.

Und das ist ein Unterschied, der auch das an sich perfekt durchproduzierte Finale von DSDS sehr blass aussehen hat lassen. Das gibts nur wegen des Fernsehens und das existiert nur fürs Fernsehen. Eh schön, aber inzestuös. Und dann halt im Vergleich auch irgendwie so wurscht.

Ich bin eine BerufsschwuchtelEs geht mir dann nämlich am Ende verhältnismäßig am Arsch vorbei, was Thomas Godoj und Fady Maalouf so gesungen haben. Oder wer gewonnen hat (Thomas natürlich). Was interessiert mich Dieter Bohlen, wenn Gery Keszler sich sein neues “Goldenes Ehrenzeichen für besondere Verdienste um die Republik” auf sein berufsschwuchtel.org-Shirt steckt oder Sharon Stone ihm den Schriftzug dann später mit weißem Lack übersprüht (“Gery Keszler is not a business faggot to me”).

Ich hab mich am Ende dann tatsächlich geärgert, dass ich nicht am Rathausplatz war. Wobei, nach Bombenstimmung hat das alles auch nicht gerade ausgesehen. Nach buntem Spektakel aber allemal. Und ja, manchmal gerät das eigentliche Thema, HIV und AIDS, ein bisschen in den Hintergrund. Aber nein, das lässt die Veranstaltung nicht zu einem sinnentleerten Promi-Auflauf verkommen. Man kommt der Sache dann nämlich doch nicht aus.

Und während RTL einen 20-sekündigen Zuspieler mit Christina Aguilera, die im Rahmen irgendeines anderen Interviews sich halt auch kurz ein bisschen Thomas Godoj auf dem Laptop angesehen hat und dann recht teilnahmslos (warum sollte sie auch) meint “I like him. I like his voice” über eine Werbepause hinweg anteast, rauschen am Red Ribbon-Laufsteg die Promis am Publikum vorbei. Wie schön, dass der Songcontest heuer bisschen später startet.

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Fångad av en stormvind – Songcontest und Windmaschine

Freitag, 16. Mai 2008 23:26

Ja, dass mir als Titel dieser Geschichte das vielleicht unwichtigste Popzitat (gilt das überhaupt) der Musikgeschichte einfällt, enttarnt mich jetzt als andächtigen Songcontest-Schauer. Ist das eigentlich ein Outing? Na, nein, ich will keine Eltern unnötig beunruhigen. … Aber vielleicht Fragen Sie im Zweifel Ihren Sohn mal irgendetwas in die Richtung…

Egal. Worauf ich hinauswill: Bei Durchsicht der diesjährigen Kandidaten und -innen ist mir aufgefallen, dass ohne windzerzaustes Haar wohl auch dieses mal nichts geht.

Stormwind

Und ich war schon sehr versucht zu sagen: “Das mit der Windmaschine, das müssen sie noch üben, die im Osten”. Dummerweise hat jetzt aber ausgerechnet die Frau aus Andorra am weitestsen danebengegriffen. (Die rechts oben wäre das dann, falls wem die Entscheidung nicht ganz so leicht fallen sollte wie mir.)

Und weil sicher schon unzählige statistische Auswertungen zum Songcontest ergeben haben, dass sich föhnen bezahlt macht, wird wohl auch wer von denen gewinnen. Ich tippe auf die links unten. Das wär dann Bosnien-Herzegowina.

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Wetten?

Andererseits,… die Konkurrenz im Homosexuellen-Milieu ist groß.

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Und weil aller guten Dinge drei sind, und der Songcontest scheinbar nicht nur im Zeichen der fliegenden Mähne steht, sondern – zumindest in den ganzen Vorschaun – ein bisschen auch ausschaut wie eine Parade von Pedro Almodovar-Figuren, möchte ich das gerne noch damit unterstreichen: Rodolfo Chikilicuatre aka. David Fernández Ortiz, ein spanischer Comedian mit “Baila el Chiki Chiki”. Auch heiß.

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