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Killing me softly

Sonntag, 14. Februar 2010 17:46

Sechs Morde soll es auf den Philippinen gegeben haben, nachdem in Karaoke-Bars “My Way” von Frank Sinatra geträllert wurde. Weiß orf.at heute in einem liebevoll aus der New York Times abgeschriebenen Artikel zu berichten. Geschehen sind die Morde wohlgemerkt in einem Zeitraum von 10 Jahren.

Jetzt ist es ja nicht gerade leicht, eine zuverlässige Liste der beliebtesten Karaoke-Songs zu erhalten. Zumindest in einer Liste der PRS for Music, der großbritannischen AKM, rangiert “My Way” allerdings im Jahr 2009 hinter “Waterloo” und “Bohemian Rapsody” auf Platz 3. Knapp vor “I Will Survive” übrigens. Das würde eigentlich ja viel besser zu latenten Mordgelüsten beim Publikum passen und könnte noch unentschlossene Zuhörer bei ihrer Schlächter-Ehre packen.

6 Morde in 10 Jahren, macht einen alle 20 Monate. Wenn täglich in jeder Karaokebar einmal “My Way” gesunden wird und es in Manila etwa 100 solche Bars gibt (alleine 90 haben einen Eintrag im Branchenbuch von Google), dann endet jede 60000. Interpretation von “My Way” mit Exitus.

Die Chance, dass so ein Auftritt der letzte gewesen sein könnte liegt damit etwa halb so hoch wie die, mit einem einzigen Tipp beim österreichischen Lotto einen 5er zu haben. Bei einer Mordrate von 3,82/100000, also einer Wahrscheinlichkeit von 1:27000, innerhalb eines Jahres auf den Philippinen eines gewaltsamen Todes zu sterben, scheint da so ein kleines Liedchen also weiter nicht ins Gewicht zu fallen.

Aus der Distanz betrachtet muss man sich also eigentlich keine Sorgen um den jungen Mann hier machen. Auch wenn man selbst ein kleines Kribbeln in den Fingern spürt.

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Wie wär’s mit einem Lawinenschwein-Erstaufnahmezentrum?

Dienstag, 19. Januar 2010 23:51

Menschen sind manchmal böse. Manchmal zu anderen Menschen, manchmal auch zu Viecherln. Das sollte so nicht sein. Wer einem Hamster einen Böller in den Hintern schiebt und dann die Zündschnur ansteckt: Böser Mensch.

Das mit dem Verzehr von anderen Lebewesen ist da in meinem Kopf schon so eine andere Sache. Da schlägt wohl meine Bauernhof-Kindheit durch, wenn ich das für recht normal, fast möchte ich schon sagen “natürlich” halte. Wobei “natürlich” ja andererseits nie mit “gut” verwechselt werden darf. Aber ich weiß: Es gibt viele Argumente gegen den Verzehr von Fleisch. Interessanterweise ziehen aber auch da bei mir eher solche die mit CO2-Ausstoß und Welthunger. Ich bin sehr dagegen, ein Tier zu quälen (was bei Massentierhaltungen oft genug passiert, vielleicht ja sogar immer). Aber ich bin eigentlich nicht dagegen, ein Tier zu schlachten. Hallo? Schnitzel?

So gesehen ist es auch nur logisch, dass mir die Nachricht von den Lawinenschweinen, die mir so vor etwa einer Woche zum ersten Mal untergekommen ist, ein bisschen beim einen Ohr rein und beim andern wieder rausgewandert ist.

Schon beim Transport mit Beruhigungsmitteln versorgt sollten die unter Vollnarkose und an verschiedene Messinstrumente angeschlossen im Schnee vergraben werden.  Schaun, was denn da genau passiert.

Wenn das irgendetwas bei mir ausgelöst hat, dann ein “interessante Idee”. Aber ich wollte keine facebook-Gruppe zur Rettung der Schweine gründen. Nicht mal beitreten. Wenn man Schweine schon für den persönlichen Genuss zum Metzger zerren darf (und deswegen landen sie ja dort, verhungern würd ja niemand wenns nur Obst geben würde), dann sind ein paar gerettete Lawinenopfer ja wohl ein vergleichsweise erst recht guter Grund.

Das haben aber nicht alle so gesehen. Vier Pfoten, der Verein gegen Tierfabriken und die Bild-Zeitung waren sich einig: Das darf man nicht tun. Weil das “pervers” ist (Bild), weil das “unfassbar” ist (Vier Pfoten), weil das “nicht zu rechtfertigen ist” (VGT). “Lassen wir die Kirche im Dorf, die Anzahl der Lawinenopfer ist völlig unvergleichbar mit der Anzahl der Opfer im Straßenverkehr”, sagt dessen Obmann. Als ob das Argument zählen würde, wenn man jedem Fiat Punto ein Ferkel zur Vergrößerung der Knautschzone unter die Motorhaube packen würde.

Den WissenschafterInnen ging es auch nicht in erster Linie darum, ein paar Schweine um die Ecke zu bringen, sondern darum herauszufinden, unter welchen Umständen es möglich ist, einen scheinbar Lawinen”toten” ohne Folgeschäden langsam wieder aufzutauen. Wenn der nämlich erfriert bevor er erstickt, dann – so die die ForscherInnen – könnte so eine Behandlung durchaus Sinn ergeben. Oder anders: “Erweist sich unsere Theorie als stichhaltig, ist das der Beweis dafür, dass Verschüttete mit freien Atemwegen und einer Atemhöhle in Zukunft nicht mehr für tot erklärt sondern stattdessen wiedererwärmt werden müssen. Dies würde zu einem Paradigmenwechsel in der Therapie führen und zahlreiche Todesfälle könnten vermieden werden.”

Machen wir aus den “zahlreichen” der Fairness halber “einen in fünf Jahren”. Mir würde das ehrlich gesagt schon reichen.

Der Boulevard stieg allerdings zu den TierschützerInnen auf die Barrikaden, und ein aufgescheuchter Tourismusverband bangte zur Hauptsaison um das schöne Image von Sölden (scheinbar hat auch 35 Jahre nach “Der Weiße Hai” niemand begriffen, dass man nicht auf Tourismusverbände hören darf). Das Experiment musste nach 10 toten Schweinen abgebrochen werden. Um die restlichen (außer diesem einen vielleicht) kümmert sich jetzt der Tierschutzverein Tirol. Der sucht jetzt Plätze für die Überlebenden. Und wird wohl dafür sorgen, dass sie nie nie nie sterben.

Wie wär’s mit einem Lawinenschwein-Erstaufnahmezentrum? Ich bin mir sicher, die eine oder andere Gemeinde würde sich der lieben, armen, borstigen Hascherl erbarmen.

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Bei aller Liebe,… meine Wohnung ist keine Jausenstation!

Donnerstag, 30. Juli 2009 23:21

Der Plan war gut, aber naiv: Ich wollte nicht lästig sein, dem Bodenleger keinen Stress machen. Immerhin hab ich meine alte Wohnung eh noch bis Ende September, die Küche kommt erst in ein paar Wochen und sicher haben es viele andere Neo-Nachbarn aus triftigen Gründen total eilig mit dem Umzug und brauchen deshalb schnell alles verlegt. Ich hab mich also mit einem “Irgendwann die nächsten drei Wochen” zufriedengegeben, aus dem dann ein “bis 27. Juli” wurde. Da sollte alles fertig sein.

Heute war also der vierte Tag, an dem ich hoffnungsfroh am Abend nach der Arbeit den Schlüssel umdreh, um dann festzustellen, dass dahinter immer noch Estrich vor sich hinstaubt.

Gestern stand immerhin schon eine kleine Säge in einer Ecke, drei Flaschen Eistee waren vorbereitet und ein Sackerl mit Wurstsemmeln lag bereit.  “Juhu!”, denk ich mir. Und: “Morgen geht’s los!”

Knacker und Senf

Ich konnte ja nicht ahnen, dass die Herren Bodenleger einfach nur meine Wohnung zum Sozialraum erklärt haben. Da hat sich von gestern auf heute zwar auch einiges verändert, aber nur insofern, als die Reste der Wurstsemmeln in einem Plastiksackerl-Müllsackerl am Heizkörper hängen und das Vorratslager um eine Knacker, Senf und Buttermilch erweitert wurde.

Morgen werd ich da mal tagsüber vorbeischaun. Da steppt ja anscheinend ordentlich der Bär. Und vielleicht lässt sich der kulinarisch bewanderte Holzverkleber mit sanften Druck dann ja dazu bewegen, das eine oder andere Jausenbrettchen auch mal auf den Boden zu legen. Dort wo’s eigentlich hin sollte. Sonst verlang ich nämlich demnächst Miete.

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Das Glück … ist ein Vogerl. Ein deppates.

Montag, 11. Mai 2009 21:15

Zurück in Wien, raus aus dem Zug, hinaus auf den Parkplatz. Herzinfarkt. Also fast. Wo ich am Freitag die Vespa geparkt hab herrscht gähnende Parkflächenleere. Ein Blick aufs Tafeln verrät warum: Wo man nur zum Ein- und Aussteigen halten darf, darf man halt nicht parken. Eh. Ding Ding Ding macht die Kasse in meinem Kopf, denn ich weiß aus Erfahrung zwei Dinge. Erstens: Ein abgeschlepptes Motorrad kostet knapp 200 Euro. Zweitens: Die Abschleppfirma macht das Ding dabei manchmal kaputt. Behaupte ich jetzt, weil die behaupten natürlich, das waren sie nicht. Und deswegen (nochmal Ding Ding Ding) muss man dann den Schaden selbst bezahlen.

Eine knappe Stunde später am Abschleppauto-Sammelplatz in Simmering komm ich mir dann vor wie bei der Einreise in die USA. Kontakt mit Menschen die dort arbeiten grundsätzlich nur durch Panzerglas. Immerhin kann man mit Kreditkarte zahlen. Und bekommt professionelle Unterstützung bei der Suche nach seinem Fahrzeug. “Segns dort hinten den Verschlog? Do drin.”

Auf dem Weg dorthin (und der ist lang) gibt’s dann noch wundersames zu sehn: Scheinbar werden nicht nur Autos und Motorräder abgeschleppt, wenn sie falsch geparkt sind. Da stehen auch Tausende von Einkaufswagerl, fein säuberlich nach Supermarktkette geordnet.

Abgeschleppte Einkaufswagerl in Simmering

Wo kommen die her? Warum will der Merkur die nicht zurückhaben? Wurden die von bösen Punks in einer Ladezone abgestellt?

Und dann steht sie da, neben einer kleinen artverwandten Leidensgenossin. Und natürlich: Schwer angeschlagen. Ich weiß nicht wie sie das machen (also eigentlich weiß ich es schon, sie hängen den Haken halt beim Lenker ein und ziehen an, die Säcke), aber wie beim letzten Mal: ausgedrehter Lenker. Wenn man genau schaut sieht mans sogar auf dem Foto. Fährt man geradeaus, leuchtet man konsequent nach Rechts. Hält man den Lenker gerade, geht’s schnurstracks in den Gegenverkehr. Spitze gemacht, liebe MA48. Freut mich sehr.

Immer schön auf den Gehsteig leuchten.

Und diesmal wird’s bezahlt meine Lieben.

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Ex Aequo Zweiter! Ich Glückspilz, ich!

Montag, 11. Mai 2009 15:49

Wenn ich ein Feld zum Rubbeln seh, dann muss ich rubbeln. Heute gab’s deshalb viel zu tun. Gleich zwei Briefe mit der Überschrift “Goldene Zeiten für Sie” hatte die Diamant GmbH geschickt. Scheinbar haben sie mich eh schon vor 14 Tagen eingeladen, meinen Gewinn abzuholen. Unglücklicherweise hatte ich – wohl versehentlich – nicht reagiert. Gott sei Dank ist meine Gewinn-Sachbearbeiterin Rosi Albrecht der Sache aber auf den Grund gegangen und vermutet, dass aufgrund eines Fehlers in ihrer Datei eine Zustellung der Gewinnbenachrichtigung damals nicht möglich war.

Na, nicht so schlimm Frau Rosi Albrecht. Ist ja nix passiert. Jetzt hab ich’s ja gekriegt.

*rubbel* *rubbel* *rubbel*

Gewinnen mit der Diamant GmbH

Yippie! Gleich mit beiden Briefen den 2. Hauptpreis gewonnen! Das ist … fantastisch! Und kostenloses Mittagessen und kostenlose Werbegeschenke im Wert von 72,90 € und eine kostenlose Teilnahme an einer Werbefahrt. Wenn das mal nicht mein Glückstag ist.

Andererseits hat der Anwalt der Diamang Gmbh natürlich völlig Recht, wenn er meint, dass man von Kunden erwarten könnte, dass sie wüssten “dass niemand etwas zu verschenken habe.” Hat er zumindest gegenüber den Salzburger Nachrichten gemeint, als die ihn mit Vorwürfen konfrontiert hatte, dass das vielleicht Betrug sei, was die Firma da macht.

Verkauft werden dann auf diesen Ausflugsreisen, so erklärt die AK Niederösterreich, kurz nach Überqueren der Grenze verschiedenste, recht praktische Produkte: Matratzen gegen Infarkte, Kopfschmerzen, Migräne und Durchblutungsstörungen. Magnetfeldtherapien gegen Arthritis, Arthrose, Blasenentzündung und Gallenblasenentzündung. Jahreskuren an Nahrungsergänzungsmitteln gegen Krebs und Herzinfarkt und zur Reinigung der Gefäße.

Das sind natürlich super Sachen. Aber irgendwie brauch ich das alles gar nicht. Und steht da auf meinen Briefen am Ende gar nicht 9245, sondern 392453? Ich kenn mich nicht mehr aus. Frau Rosi Albrecht, bitte Hilf!

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Wenn ich ein Hase wär, würde ich nach Kufstein ziehn.

Mittwoch, 8. April 2009 20:01

Bunny SuicideAber auch nur, wenn ich total dumm wär, und jeder Statistik auf den Leim gehn. Die nationale Hasen-Opfer-Zählstelle VCÖ (Verkehrsclub Österreich) veröffentlichte nämlich  allen ernstes eine nach Bundesländern aufgeschlüsselte Hasen-Sterbe-Tafel. Und da schauts im Heiligen Land Tirol für lebensfrohe Hasen doch recht rosig aus. Niederösterreich hingegen is eher was für lebensmüde. Wenn’s denn alles wahr ist. [--> weiterlesen]

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