Lady Gaga kurbelt ihre Wirtschaft an
Sonntag, 6. Dezember 2009 21:20
Die armen MusikerInnen auf dieser Welt tun sich ja zusehens schwer, ihre Werke an den Mann und an die Frau zu kriegen. Beziehungsweise, da tun sie sich eigentlich leichter denn je zuvor, nur Geld kriegen sie oft keines dafür. Zumindest nicht von denen, die ihre Musik dann hören.
Ein schwieriges Thema und da will man sich ja auch gar nicht weit aus dem Fenster lehnen. Nur soviel: Ich vermute mal stark, dass es noch nie soviele MusikerInnen wie heute gegeben hat und dass noch nie soviele SongsPerMinute veröffentlicht wurden wie in eben dieser Minute. Wenn das stimmt, dann wären das zwei gar nicht so an den Haaren herbeigezogene Argumente, die gegen den Musikweltuntergang sprechen. Aber bitte, bleiben wir mainstreamig und sagen wir: Alles ist furchtbar, alles geht den Bach runter.
Alles? Nein! Lady Gaga nicht! Sie, nicht gaga (ha!), denkt sich: Wenn die nicht zahlen, zahlt halt wer anderer. Schickt ein Rundmail an ein paar Hersteller von Unterhaltungselektronik (HP, Parrot, Nintendo) und einen Vodka-Brenner (Nemiroff) und lässt sich dann von denen quersubventionieren.
Wozu drauf warten, dass irgendeine Werbeagentur den eigenen Song als Hintergrundmusik für einen Spot aussucht (und dann auch noch grausam auf 10 Sekunden zusammenstutzt)? Vom künstlerischen Standpunkt her ist das sorum wohl die bessere Variante.
Voll der Einzelfall? Die geilen IPod-Boxen von Parrot by Starck, die Frau Gaga da am Anfang von “Bad Romance” aus ihrer Letargie reißen sind auch die einzigen Möbelstücke in Rhiannas Gummizelle in Russion Roulette. Zu sehen bei 1:07 zum Beispiel, gleich vorspulen, der Song ist furchtbar scheiße.
Das ist inhaltlich jetzt zum Beispiel nicht so gut integriert. Und weil’s fast nicht auffällt, hat die Marketingabteilung bei Lady Gaga auch auf einer Großaufnahme bestanden.
Finden wir das schlimm? Ich bin mir gar nicht sicher. Grundsätzlich interessieren würd’s mich allerdings schon, wie das Verhältnis der Erlöse aus Verkauf, Auftritt und Productplacement bei den Big Playern wie der Gaga ausschaut.
Die Friends-Darstellerin, nicht gerade bekannt für ihre Rollenvielfalt, aber in denen die sie so spielt wohl mehr als brilliant, gibt in der Online-Serie “Web Therapie” eine Psychotherapeutin, die ihre Patienten in wöchentlichen gerade mal 3-minütigen Onlinesitzungen behandelt. Stofflich und formal also webby as hell. Und nach dem erfolgreichen “In Treatment” das nächste innovative Format mit Psychotherapie-Schwerpunkt.
Zweimal im Jahr tummeln sich am Wiener Heldenplatz jede Menge Lederhosenträger und -trägerinnen. Zuerst bei der Regenbogenparade und dann nochmal beim Erntedankfest des Bauernbundes. Musikverein Oberlaa statt Right Said Fred und Kosheen. Und Wilhelm Molterer und Josef Pröll statt Miss Candy. Aber: Amen, ich sage euch, beides ist einen Besuch wert.
Woran denkt man eigentlich, wenn man an “Schauspieler” denkt? Sind das dann nur Männer, oder auch ein paar Frauen? Dass man sich wegen geschlechtergerechter Sprache immer noch den Mund fusslig reden muss ist schon bemerkenswert. Und heute habe ich auf 