Mein neues Role-Model? Ich brauch mehr Bart und rote Haare.
Am 2. 12. spielt der gute Mann dann übrigens in der Wiener Arena. Mit Affen. Klingt wie Seeed, muss die Gage aber nicht durch 11 teilen. Nicht dumm der Mann.
Auf dem für mich weitgehend sinnlosen, weil französischsprachigen Fernsehkanal France2 gibt es “Taratata“. Und was klingt wie eine Sendung am Abstellgleis im Kinderprogramm ist tatsächlich ein französisches Top Of The Pops. Ja, und gestern hab ich dort dann Dionysos gesehen: Sah aus, als hätte Jimmy Somerville eine reife Indie-Frisur, und klang irgendwie nach Nick Cave.
Wer auf Fußball-Euphorie steht, und undankbarerweise ausgerechnet die österreichische Nationalmannschaft zum Liebling erklärt hat, der oder die sollte die kommenden, na sagen wir mal ungefähr 20 Stunden noch gut nutzen. Ich prophezeie ja ganz unpatriotisch ein Scheitern mit Pauken und Trompeten.
Ich wurde eben auf ein sehr, sehr bemerkenswertes und wirklich wunderschönes Video der isländischen Spitzenband Sigur Rós aufmerksam gemacht. Jonsi (Jón Þór Birgisson) wirft den geliebten Geigenbogen, mit dem er normalerweise seine Gitarre spielt, scheinbar für diesen Sommer in den Waldsee. Dafür lädt er sich eine handvoll Hippie-FreundInnen an den Teich, sie ziehen sich nackt aus und hüpfen nachts ums Feuer und tagsüber über Baumstämme.
Jonsi? What has happend?
Das Video gehört zum neuen Song “Giddledigook”, den gibts als top-legalen Gratisdownload und er ist Vorbote zum Album “með suð í eyrum við spilum endalaust” (bedeutet angeblich soviel wie “Mit einem Summen in unseren Ohren spielen wir endlos weiter”). Das kommt dann am 23. Juni und hat - ja - auch nackte Ärsche am Cover. Irgendetwas ist passiert im Hohen Norden.
Ich kann ja leider immer noch kein Wort Isländisch. Vielleicht erklärt sich die Nacktheit ja aus dem Text. Oder so. Dann wär ich für einen Hinweis sehr dankbar.
Das Video kann man natürlich auch online ansehen. Und keine Angst, gar so wild ist das ja gar nicht. Schaut ein bisschen aus wie an der Dechantlacke. Jetzt, wenns so heiß ist…
Nach und nach lüften sich die letzten Geheimnisse zur Fußball EM. Eines der bestgehüteten: Wie groß sind eigentlich Trix & Flix, die beiden Maskottchen mit den bescheuerten Namen? Die sind zwar schon öfter mal wo aufgetreten, aber – festhalten! – natürlich waren das ja immer nur schlecht (oder vielleicht sogar gut) bezahlte Promo-Hansln in Trix&Flix-Kostümen… Und die waren dann natürlich menschengroß.
Jetzt ist aber das Video zu “Feel The Rush” von Shaggy feat. Trix&Flix endlich im Ganzen zu sehen. Und da kann man jetzt erstmals erkennen, wie groß die echten Trix&Flix sind.
Und die überraschende Erkenntnis: Trix&Flix gehen Shaggy nur bis zum Arsch! Warum bitte das denn? Weil Österreich und die Schweiz so klein sind? “Fußballzwerge”? Weil beide nur jeweils vier Finger an jeder Hand haben, also vermutlich auch nur vier Zehen, und Füße mit vier Zehen physikalisch nur bis zu einer Größe von 95 Zentimetern Stabilität verleihen können? Hat sich dabei überhaupt irgendjemand was gedacht?
Es erklären sich auch ein paar andere Dinge, die beim ersten Preview-Video zu diesem immerhin offiziellen UEFA EURO 2008™ Mascots Song offen geblieben sind. Zum Beispiel, warum Shaggy überhaupt nach Europa kommt. Nämlich: Trix&Flix kommen vorher nach Jamaica. Wie? Nun ja, sie fallen auf Jamaica. Crazy, hm? Jedenfalls werden sie dort zu Wild-Plakatierern und hängen EURO 2008-Plakate an die Häuser. Auf Shaggys Kniehöhe sozusagen. Der sieht das trotzdem und denkt sich, he, interessant, muss ich hin. Spielt noch ein bisschen Ball und macht sich auf den Weg. Trix&Flix fliegen übrigens mit einem Heißluftballon zurück. (Entweder sind sie vorher aus dem rausgefallen, oder sie haben ihn schnell gebastelt, das bleibt dabei ihr kleines Geheimnis).
Da hab ich mir jetzt was angefangen. Songs zur Fußball-EM. Das ist ja alles ganz unglaublich. Um es kurz zu machen: Reinhard Fendrich singt einfach so. Ohne offiziellen Background. Die Geschichte ist damit auch schon zu Ende. Klingt auch nicht so, als würde man das oft hören.
Aber es gibt eine echte Eurovisions-Hymne. Von Baschi nämlich. Baschi? Ja, Baschi. Der ist Schweizer und hat dort 2003/04 bei der ersten Staffel von MusicStar mitgemacht. Das ist eine Schweizer Variante von Starmania. Er hat zwar nicht gewonnen, ist aber trotzdem super erfolgreich (das hat er jetzt wieder mit Christina Stürmer gemeinsam, die ja auch einen EM-Song macht. Voll crazy!) und er hat schon zur Fußball-WM 2006 in Deutschland den Song “Chum bring en hei!” abgeliefert. Das bedeutet natürlich auch, dass ich mich hiermit zwangsweise als Voll-Nicht-Auskenner oute. Weil ich hab davon bis jetzt gar nichts mitgekriegt. Wer die letzten zwei Jahre über irgendwo Schweizer Fußball-Fans gesehen hat, kennt die Geschichte wohl schon. Egal.
Den Schweizern und -innen gefällt das immer noch so gut, dass es auch zwei Jahre später noch die Titelmelodie der Schweizer Hälfte der Fußball Doku-Soap “Das Match” (also: “Der Match“) wurde. Und – ha! – offizielles EM-Lied der Schweiz. Könnte uns jetzt eigentlich egal sein, weil war es ja 2006 auch. Könnte es, wenn da nicht zwei Kleinigkeiten wären. Erstens: Mario Lang (auch mal bei Starmania gewesen, der junge Mann mit dem komischen Blick, ihr könnt euch erinnern), hat das “übersetzt” und singt eine normal-deutsche Version, “Bring ihn heim”. Einen gemeinsamen Auftritt der beiden gabs dann neulich bei der Verleihung der Amadeus-Awards. Das Video ist glaub ich eher von Mario-Fans…
Aber gut, das war erst Erstens. Zweitens, und das ist wohl nochmal breitenwirksamer: Oliver Pocher macht das auch. Bei ihm heißt das dann “Bringt ihn heim”. Mit T. Ich hasse Oliver Pocher. So sehr, dass ich es grad komisch finde, dass ich das auf dieser Seite noch nie wo untergebracht habe. Das wäre hiermit also auch erledigt.
Und nachdem ich mir jetzt alles ein paarmal angehört hab: Diesem Lied – egal in welcher Variante - werden wir wohl alle miteinander nicht entkommen.
Ich bin übrigens unterm Strich natürlich für die Original-Version von Baschi. Und weil wir vorher schon beim Thema seltsame Pressetexte waren: “Offenheit und ein gesundes Selbstbewusstsein gehören für den jungen Künstler zum natürlichen Selbstverständnis eines jungen Schweizers wie Brot und Käse zum Fondue.”
Baschi veröffentlicht Songs, die heißen “Fürs Volk”, “Heimat” und “Bereue Nüt”. Das wirkt jetzt natürlich erstmal ausgesprochen seltsam. Aber dann gibts da auch so interessante Song-Texte wie diesen:
Ich wär so gern e Pornostar us de 70er Johr
Ich würd so gern e Sekte ha wo’s nur um’s Bumse goot
Ich, nume ich, wär dr einzig Maa wo immer cha
Ich hätt so gärn e fette Charre, fett Chohle und es paar at Ohre
Wenn das Gott wüsst, er würd vom Himmel gheie
mir dr Sack langzieh und dr Schwanz umdräihe
Wenn das Gott wüsst, er würd d’ Wält versänke
jedem Mänsch uf dere Wält e Tripper schänke
Anhören kann man sich das alles am besten auf seiner Website.