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Wie schwul ist das?!

Mittwoch, 9. Juni 2010 23:14

Lady Gaga koppelt aus ihrem eineinhalbten Album die inzwischen neunte Single aus. Da wird die Luft im Songmaterial natürlich irgendwann ein bisschen dünn. Es kann ja nicht jeder Song ein Kracher sein, und das ist an sich auch nicht weiter schlimm.

Solange es noch B-Seiten gegeben hat, hat man das solala-Zeug da gut verstecken können. Jetzt sind die Zeiten härter geworden. Auf Hit folgt gefälligst Hit. Oder ein neuer Superstar. Und das will Lady Gaga gar nicht. Ich will das übrigens auch nicht, weil bis zu ihrem Wien-Konzert ist noch ein bisschen hin, und ich will einen Superstar sehen und keinen ehemaligen Superstar. Schließlich hab ich Superstar-Preise bezahlt.

Aber wie rettet man jetzt einen etwas verhunzten neunten Titel?

Lady Gaga hat lange nachgedacht, und dann ist ihr etwas großartiges eingefallen: Man sagt einfach, er ist “voll gay!”. Oder genauer: “It’s a celebration and an admiration of gay love – it confesses my envy of the courage and bravery they require to be together.” Wenn das in der Sun steht, dann kann schon nix mehr schief gehen.

Dabei ist “Alejandro” in erster Linie ein audiovisuelle Mash-Up zweier Szene-Größen. Von der CD winken sehr unverholen Ace Of Base, im Video muss dann so ziemlich alles herhalten, was Madonna jemals erfunden hat. Massenräkeln, Maschienenpistolenbüstenhalter, Kreuze, Nonnenoutfit,… Und sowohl Ace Of Base als auch Madonna sind durchaus für musikhistorische Flaschen wie mich erkennbar. Dass ich nicht der erste war und sich diesbezüglich schon andere Gedankten gemacht haben (hier und da zum Beispiel) musste ich erst jetzt enttäuscht zur Kenntnis nehmen.

Ist aber sowieso alles total egal, weil das Video ist ab sofort offiziell schwul. Dass alle Typen vor allem an Frau Gaga rumgrapschen juckt da keine Sau. Sie machen Catwalk, sind frisiert und machen ein bisschen Kämpfen. Das muss reichen.

Das Video ist “eine Hommage an die Gay-Community“, schreibt energy.at, die mir nicht näher bekannte Seite pinkclusive.de meint sogar, “das Video zeigt auch noch derart homoerotische Szenen, dass einigen wohl die Knie schlackern“.

Das hab ich jetzt auch bei mehrmaligen Durchsehen so nicht feststellen können, aber vielleicht liegen da meine Maßstäbe auch einfach nur ein bisschen zu hoch. Für mich schaut das auf dem Foto mehr nach “Will wer mit mir spielen?” als nach “Mah, ich versteh mich sooo gut mit meinen schwulen Freunden!” aus.

Die Tänzer selbst sind jetzt wahrscheinlich auch nicht schwuler als in ihren anderen Videos. Und nicht jeder erotisch (mit viel Haut) gezeigter Mann ist eine homoerotische Darstellung. Das würd dann nämlich (um ein bisschen von Lady Gaga weg ins Philosophische abzudriften) in erster Linie heißen, dass Erotik per se immer nur für Männer da ist, und wenn es Männer sind, die erotisiert werden, dann werden sie eben homoerotisiert.

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Du, René …

Freitag, 16. Oktober 2009 1:09

Er war Kellner in Klagenfurt. Jetzt hat er Angst und traut sich – so News – nur noch in Ausnahmefällen aus seiner Wohnung (zum Fotoshooting am Wörthersee also beispielsweise). Warum? Weil er – so Bild – der Langzeitgeliebte von Jörg Haider war und, schlimmer noch, jetzt “auspackt”. Und Auspacken kommt in Klagenfurt bekanntlich nicht so gut.

Der Mann der Haider outete

Jetzt muss ich gestehen, die Sache passt mir nicht ins Bild. Nicht in das von Jörg Haider, nicht in das von dessen Beziehung zu Stefan Petzner und nicht in das, das ich mir so vom besagten Abend zusammengeschustert habe. Ein Jörg Haider, der den Jungen des Landes den Hauptmann macht, geschenkt. Soweit reicht meine Phantasie. Das wäre so exzentrisch nicht. Aber eine achtjährige Beziehung mit einem, der dann weder in der Politik auftaucht, noch sonst irgendeinen zumindest passablen Job zugeschanzt kriegt… ich zweifle schwer. Was steht da in der Bild? “Um 0.45 Uhr rief mich Jörg aus dem ,Stadtkrämer‘ an: ,Schläfst du bei mir?‘ Ich sagte ab, weil ich am nächsten Tag ein Vorstellungsgespräch hatte.” Ein Vorstellungsgespräch? René hat nach acht Jahren mit Jörg Haider, dem Inbegriff des Freunde-um-sich-Scharrens ein Vorstellungsgespräch?

Es wird schon irgendwas gewesen sein. Vielleicht auch öfter. Vielleicht auch verteilt auf acht Jahre. Und es ist im Grunde natürlich völlig wurscht. Aber René, ich sag dir eins (und ich bin sicher du liest das): Eigentlich glaub ich dir kein Wort.

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Ask Google: Transzendentales rund um Jörg Haider

Donnerstag, 18. Dezember 2008 21:45

Ask GoogleDie letzten Wochen - was sag ich, Monate – standen, was die Zugriffe auf diesen Blog angeht, ganz im Zeichen eines Ereignisses, das uns demnächst in wohl sämtlichen Jahresrückblicken dieses Landes wieder einholen wird: Jörg Haiders Unfalltod. Und weil dazu vieles rätselhaft geblieben ist, und die Welt ja inzwischen glaubt, Google hätte die Antwort auf alle Fragen,… Nun ja, lesen Sie doch einfach selbst!   [--> weiterlesen]

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Nehmen wir mal an: Jörg Haider war (vielleicht manchmal) schwul

Donnerstag, 16. Oktober 2008 20:01

Seit Jahren kursieren Gerüchte, Jörg Haider, verheiratet und Vater mehrerer Kinder, würde sich auch für Männer interessieren. Die österreichische Medienlandschaft hatte zu diesen immer ein durchaus bemerkenswertes Verhältnis. Sie wurden gleichzeitig lanciert und ignoriert. Möglicherweise ist die österreichische Gesellschaft gefühlt irgendwie zu homophob, um sich als Spitzen-Politiker zu outen, aber tolerant genug, um einer zu werden. [--> weiterlesen]

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Thomas Godoj vs. Sharon Stone: Keine Chance

Sonntag, 18. Mai 2008 2:10

Er hatte sich nicht angekündigt, plötzlich war er einfach da. Der Entertainment-Super-Saturday. Für alle was dabei. Das Finale von RTLs Deutschland sucht den Superstar, die große Show zum LifeBall vor dem Wiener Rathaus und für die denen das zu poppig oder homosexuell war: Carmen Nebel sagte “Willkommen bei Carmen Nebel“.

Der LifeBall stand die letzten Jahre über ja immer ein bisschen im Schatten des SongContest, der oft am gleichen Tag stattfand. Und zwei große TV-Übertragungen gleichzeitig, geht halt nicht. Wobei, bei Lichte betrachtet hat der ORF das heute sogar geschafft. Carmen Nebel UND LifeBall. Puh.    

Lifeball 2008

Das LifeBall-Dings fürs Fernsehen zu moderieren ist natürlich kein leichter Job. Und da passieren zwischendurch dann manchmal komische Dinge. Stars meinen es gut, und machen es schlecht und sagen Sachen wie, dass Homosexuelle die ohne Kondom Sex haben “wirklich alle weggehören”… Naja. Unterm Strich braucht sich das alles aber nicht zu verstecken. Weil es eben auch von einer Fernseh-Übertragung nicht totzukriegen ist. Der Event ist einfach zu gut. Er braucht das Fernsehen nicht, es tut ihm aber auch nicht (sehr) weh.

Und das ist ein Unterschied, der auch das an sich perfekt durchproduzierte Finale von DSDS sehr blass aussehen hat lassen. Das gibts nur wegen des Fernsehens und das existiert nur fürs Fernsehen. Eh schön, aber inzestuös. Und dann halt im Vergleich auch irgendwie so wurscht.

Ich bin eine BerufsschwuchtelEs geht mir dann nämlich am Ende verhältnismäßig am Arsch vorbei, was Thomas Godoj und Fady Maalouf so gesungen haben. Oder wer gewonnen hat (Thomas natürlich). Was interessiert mich Dieter Bohlen, wenn Gery Keszler sich sein neues “Goldenes Ehrenzeichen für besondere Verdienste um die Republik” auf sein berufsschwuchtel.org-Shirt steckt oder Sharon Stone ihm den Schriftzug dann später mit weißem Lack übersprüht (“Gery Keszler is not a business faggot to me”).

Ich hab mich am Ende dann tatsächlich geärgert, dass ich nicht am Rathausplatz war. Wobei, nach Bombenstimmung hat das alles auch nicht gerade ausgesehen. Nach buntem Spektakel aber allemal. Und ja, manchmal gerät das eigentliche Thema, HIV und AIDS, ein bisschen in den Hintergrund. Aber nein, das lässt die Veranstaltung nicht zu einem sinnentleerten Promi-Auflauf verkommen. Man kommt der Sache dann nämlich doch nicht aus.

Und während RTL einen 20-sekündigen Zuspieler mit Christina Aguilera, die im Rahmen irgendeines anderen Interviews sich halt auch kurz ein bisschen Thomas Godoj auf dem Laptop angesehen hat und dann recht teilnahmslos (warum sollte sie auch) meint “I like him. I like his voice” über eine Werbepause hinweg anteast, rauschen am Red Ribbon-Laufsteg die Promis am Publikum vorbei. Wie schön, dass der Songcontest heuer bisschen später startet.

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Falls jemals Scheinehe mit einer Lesbe, dann mit Ellen DeGeneres

Samstag, 17. Mai 2008 14:01

Hit itGut, sie ist inzwischen 50, das kommt mir im Moment noch ein bisschen alt vor. Niemand sollte Frauen heiraten, die nicht deutlich jünger sind als die eigene Mutter. Auch nicht zum Schein.

Andererseite schmeißt sie die vielleicht lustigsten Promi-Geburtstagspartys, wie man auf diesem fantastisch ausgeleuchteten – ähm – Schnappschuss von ihrer “about 600 of Ellen’s closest friends showed up at the Warner Brothers Studio backlot”-Feier deutlich sehen kann.

In Wirklichkeit stellt sich das Problem natürlich eh nicht. Weil Ellen wird wohl bald unter der Haube sein. Sie will ihre langjährige Partnerin Portia de Rossi heiraten (die hat zumindest gerüchteweise tatsächlich Erfahrung mit Scheinehen. Ging nicht gut). Zumindest soll sie das am Rande ihrer Fernseh-Show verkündet haben, kurz nachdem das Oberste Gericht in San Francisco (ha!) ein Verbot der dortigen Homo-Ehe für Verfassungswidrig erklärt hat.

Womöglich wird sie sich da aber beeilen müssen. Die lange und ziemlich chaotische Geschichte der kalifornischen Homo-Ehe ist nämlich damit wohl noch nicht zu Ende. Die geht bisher – in groben Zügen so:

• 2004 stellt die Stadtregierung von San Francisco homosexuellen Paaren Heiratsurkunden aus.

• Der Oberste Gerichtshof von Kalifornien erklärt die vier Monate später für ungültig. Wer geheiratet hat ist jetzt also wieder unverheiratet.

• Im September 2005 beschließt daraufhin das kalifornische Parlament ein Gesetz, das die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen PartnerInnen erlaubt.

• Mein Landsmann Arnold Schwarzenegger legt aber als zuständiger Gouverneur sein Veto ein. Das Gesetz ist also beschlossen, tritt aber nicht in Kraft.

• Und jetzt hat sich das Oberste Gericht in Kalifornien wieder mit dieser Angelegenheit beschäftigt und festgestellt, dass alle Gesetze, die gleichgeschlechtlicher Ehen verbieten, verfassungswidrig seien. Das betrifft also gar nicht direkt das von Arnold Schwarzenegger blockierte Gesetz, sondern die Grundlagen für die Ungültigerklärung der Ehen von 2004. Beispielsweise ein Gesetz aus den 70ern, das die Ehe als “one man, one woman” definiert. In etwa einem Monat können also wieder Homo-Ehen geschlossen werden, weil sie nicht verboten werden dürfen.

• Für kommenden November planen besonders fortschrittliche Kräfte allerdings bereits die Abstimmung über einen Verfassungszusatz, der die Ehe zwischen Personen des gleichen Geschlechts wieder verbieten soll.

Was dann mit denen passieren würde, die inzwischen geheiratet haben… Da müssten wir dann wohl Ellen fragen. Und eigentlich interessant auch, ob die 2004 verheirateten jetzt doch verheiratet sind.

Arnie will die Bestrebungen für diesen Verfassungszusatz übrigens nicht unterstützen. Geht jetzt auch schlecht, weil die Begründung für sein Veto zum homo-Ehen-Gesetz 2005 war, dass er findet, darüber sollten Gerichte und WählerInnen entscheiden und kein Parlament. Schwarzenegger damals: Ein solches Gesetz verwirre nur. “Wenn das Verbot von gleichgeschlechtlichen Ehen verfassungswidrig ist, ist dieses Gesetz unnötig. Wenn das Verbot verfassungsgemäß ist, ist dieses Gesetz wirkungslos.”

Das wär dann jetzt ja mal erledigt. Fürs erste.

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