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Nordbahnhof

Samstag, 31. Juli 2010 19:06

Nachdem heute immer noch nicht klar war, wonach genau das nächtliche Polizei-Großaufgebot am Nordbahngelände gesucht hat, haben sich Lieutenant Zavarsky und Sergeant Zachbauer selbst auf Spurensuche gemacht. War eh höchste Zeit, sich die nähere Umgebung mal ohne Respekt vor Absperrgittern und ähnlichem genauer anzusehen. Lang wird das ja kein innerstädtisches Ödland mehr sein, und immerhin haften im Zweifel eh meine Eltern.

Etwa 75 Hektar ist das gesamte Areal groß. Ein Teil davon bereits verbaut, der Rest nach wie vor Spielplatz von Unerschrockenen und Werkstatt von Klein- und Großganoven. Davon zeugen frisch verlassene Partybaracken, Berge von ausgeschlachteten Kupferkabeln, überraschend wenige Kondome (Kinder, wenigstens Kondome verwenden!) und eben Suchscheinwerfer-Helikoptereinsätze wie der von vergangener Nacht.

Leider haben wir nichts wirklich kriminaltechnisch Verwertbares gefunden. Auch wenn uns an mancher Stelle wirklich gewundert hat, dass da keine Leichenteile liegen. So perfekt wären die dafür geeignet. Aber immerhin: ausgebrannte Bandenhauptquartiere und jede Menge eingeschlagener Fensterscheiben. Wir schicken der Polizei denn am Montag ein Memo.

Ah ja, und sollte irgendjemand mal auf die Idee kommen, sich hier sein eigenes Gemüse im Vorgarten anzubauen: Ich rate dringend zu einer vorherigen Bodenanalyse. Das schaut mir doch stellenweise alles etwas giftig aus.

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Will ich Teil einer Bürgerbewegung sein?

Samstag, 8. Mai 2010 1:15

In meinem Haus werden viele Zettel ausgehängt. Vor meinem Haus gibt’s viele Baustellen. Kann man ja super verbinden, hat sich da dann eine Mitbewohnerin gedacht.

Jetzt enthalten die allermeisten dieser in meinem Haus ausgehängten Zettel keine sehr guten Nachrichten. Gut, da gibt es auch mal preiswerte Rückengymnastikstunden oder Honig vom Hobby-Imker, aber sowas ist selten. Meistens wurden hausfremde Personen auf der Dachterasse gesehen und wir sollen die Tür besser schließen oder wir waren zu laut beim Tischtennisspielen und sollen das unterlassen oder wir haben nachts ein Loch in die Wand gebohrt und kriegen Nachtbohrverbot. Alles schlimme Sachen im eher tadeligen Ton. Ah, vielleicht sollte ich dazusagen, dass ich persönlich die Tür immer zumach, noch nie Tischtennis gespielt hab und auch grundsätzlich nur bei strahlendem Sonnenschein bohre, außer Samstag und Sonntag, da bohre ich nie!

Jedenfalls trotzdem: So Zettel sind im Ton immer ein bisschen raunzig. Zwar ist das nichts im Vergleich zum diesbezüglich überhaupt nur schwer auszuhaltenden hauseigenen Bednarpark-Forum (so sinnvoll das ist, aber das ist echt stellenweise nah am Querulantentum). Aber es ist immer ein bisschen vorwurfsvoll, man liest es einfach nicht gerne. Natürlich tut man es trotzdem. Noch dazu wenns mal so bunt und mehrseitig ist wie dieses hier:

Und siehe da, hier schimpft man mal zur Abwechslung gar nicht mit dem unbekannten Nachbarn via Lift-Anzeige. Es geht um hohe Politik! Der Feinstaub ist das Böse, beziehungsweise dessen Verursacher. Die Regierung! Also, die Bezirksregierung. Und die Bauträger der Häuser, die hier im Stadtentwicklungsgebiet entstehen. Auf einer Unterschriftenliste soll ich nun die Errichtung befestigter Straßen auf der Baustelle fordern, dass die Baufahrzeuge gereinigt werden, sobald sie die Baustelle verlassen, dass momentan noch nicht bebaute Flächen zwischenbegrünt werden, der Baustellenverkehr über die Bahn abgewickelt wird (?) und irgendein “Verhaltenskodex für staubfreies Arbeiten” eingehalten wird.

Ja, naja, ich bin ganz hin- und hergerissen. Das Bild auf dem Flugblatt ist schon ziemlich arg. Andererseits schauts wenn ich runter gucke eigentlich nie so aus.

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Crime Scene Investigation Leopoldstadt

Montag, 8. März 2010 0:11

Bei mir im Viertel ist ganz schön was los. Pratersauna, Fluc, Praterdome. Hier wird’s so schnell nicht langweilig. Auch der Polizei nicht allerdings. Neben wahrscheinlich allerhand Dingen, die ihren Weg nicht in die Medien finden, war das sonntägliche Kettensägenmassaker am Praterstern schon der siebente Crime-Incident seit Anfang Jänner. Das sind allesamt keine Rififi-Verbrechen. Aber das Jahr ja noch so jung…

4. Jänner: Eine Trafik wird überfallen. Der Trafikant greift zur Waffe, der Räuber wird erschossen.

7. Jänner: Bankraub in der Praterstraße. Der Täter kommt nicht weit und wird kurz darauf gefasst.

28. Jänner: Ein Mann versucht, eine Billa-Filiale zu überfallen. Ein Kunde reißt ihm die Waffe aus der Hand. Der Täter kann ohne Beute fliehen.

9. Februar: Bankraub in der Ennsgasse. Als er einen Wachmann sieht, bricht der Täter den Überfall ab und flüchtet mit einem Komplizen. Kurz darauf wird eine Bank in Floridsdorf überfallen. Vermutlich von den beiden.

11. Februar: Ein Casino im Prater wird ausgeraubt. Wenige Tage später werden vier Verdächtige festgenommen.

5. März: Bankraub in der Friedrich Hillegeist Straße. Der Täter entschuldigt sich schon während der Tat bei einer Bankangestellten und geistert daraufhin als sehr “freundlicher” Bankräuber durch die Zeitungen. Er hat sich inzwischen der Polizei gestellt.

7. März: Im Zuge eines Streits am Praterstern greift einer der Kontrahenten zu einer Motorsäge. Insgesamt gibt es vier Verletzte, darunter der Kettensägenmann selbst.

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Na, fetzig: Wohnen am Park

Freitag, 1. August 2008 23:02

Was bin ich für ein schlaues Kerlchen. Und eines mit ein bisschen Glück gleich noch dazu. Da wär ich um ein Haar praktisch unter die Südost-Tangente gezogen, dabei geht das ja auch viel besser. Es war ja doch noch eine kleine Ecke für mich frei, in meinem Lieblingsbezirk. Gut, ohne Terasse, und ich wohne zwar am Park, aber schau auf die Straße,… aber immerhin: Ich habe eine Treppe in der Wohnung. Das hat nicht jeder!

Jetzt schau ich mir seit drei Tagen im Minutentakt die Wohnungspläne an und reich sie an Freunde und Freundinnen weiter, die mir dann versichern müssen, dass das eine ganz tolle Wohnung ist. Inzwischen bin ich überzeugt.

Und natürlich fahr ich dauernd dran vorbei und schau nach, ob eh alles in Ordnung ist. Nachdem das Gerüst immer näher kommt, wird’s wohl nicht mehr lange dauern bis meine neue Bleibe dann sogar ein bisschen Verputz abbekommt.

Da ist mir jetzt erstmal auch ein bisschen egal, dass ich möglicherweise auf einer Giftmülldeponie wohnen werde. Was juckt mich das im vierten Stock? Nein Spaß,… bitte keine Fliegerbomben in meinem Garten!

Und nachdem meine angehende Neo-Nachbarin versprochen hat, dass ich eh immer(?) zu ihr Frühstücken kommen kann, fällt das mit Ohne-Terasse dann ja gar nicht weiter ins Gewicht.

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Schnäppchen des Tages

Freitag, 11. Juli 2008 19:40

Sauf dich reich!

Ich hab ja schon gesagt, ich liebe den Zweiten!

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Entscheidungsträger

Sonntag, 6. Juli 2008 21:37

Donauinsel WestendAlso im Endeffekt: Was soll ich in Favoriten? Ich wär ja schön blod, wenn ich von allem was mir hier gefällt so weit wegziehen würde, wie es halt geht ohne die Stadt ganz zu verlassen. Man darf sich da nicht kirre machen lassen vom Wartelistensystem. Platz 1 auf einer Liste von Wohnungsbewerbern sein, ist kein Sechser im Lotto.

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