Barbie’s Winterwonderland
Freitag, 29. Januar 2010 15:54
Samstag, 24. Oktober 2009 0:57
Da hat man’s mal eilig, weil man dringend einen Artikel über die brennende Uni schreiben soll, und dann,… ja dann steht man tatenlos vor der eigenen Haustür und traut sich nicht rein. Eine ohrenbetäubende Lüftungsanlage saugt Tiefgarage und Hausflure leer und ein noch ohrenbetäubenderer Alarmton treibt auch die Nachbarn auf die Straße. Feueralarm bei Wohnen am Park. Zwangspause.
Ein paar voll mutige bleiben draufgängerisch in ihren Wohnungen und lehnen im 8. Stock am Fenster. Versteh ich ja nicht. Viel deutlicher kann ein Haus nicht “Feuer” schreien. Warten die auf ein Sprungtuch? Andere waren offensichtlich grad in der Sauna. Diese Fotos behalt ich für mich.

Ein paar Minuten später hatte sich auch die brennendste Frage geklärt: Muss man jetzt eigentlich die Feuerwehr selbst anrufen oder kommt die von allein? Können sich alle merken: Kommt von allein. Zwar erst nach ein paar Minuten, dafür aber ordentlich in Vollbesetzung. Sehr beruhigend.
Etwas irritierend waren allerdings die riesige Stretch-Limosine, die den Parkplatz auf der Flucht vor dem vermeintlichen Großbrand in atemberaubender Schrittgeschwindigkeit rückwärts verlassen hat und so den Feuerwehr-Konvoi zwei Minuten lang an der Weiterfahrt gehindert hat. Und dass doch ganz schön viele meiner Nachbarn um 21.30 schon im Pyjama flüchten. Wann gehn die schlafen?

Passiert ist glücklicherweise nix. Ob’s wirklich wo ein bisschen gebrannt hat oder nur irgendein Rauchmelder gaga war: Keine Ahnung. Gesehen hab ich nix, gerochen auch nicht. Und immerhin weiß ich jetzt, dass es ziemlich schwierig ist, in dem Haus ein Feuer zu verschlafen. Auch eine schöne Erkenntnis.
Donnerstag, 30. Juli 2009 23:21
Der Plan war gut, aber naiv: Ich wollte nicht lästig sein, dem Bodenleger keinen Stress machen. Immerhin hab ich meine alte Wohnung eh noch bis Ende September, die Küche kommt erst in ein paar Wochen und sicher haben es viele andere Neo-Nachbarn aus triftigen Gründen total eilig mit dem Umzug und brauchen deshalb schnell alles verlegt. Ich hab mich also mit einem “Irgendwann die nächsten drei Wochen” zufriedengegeben, aus dem dann ein “bis 27. Juli” wurde. Da sollte alles fertig sein.
Heute war also der vierte Tag, an dem ich hoffnungsfroh am Abend nach der Arbeit den Schlüssel umdreh, um dann festzustellen, dass dahinter immer noch Estrich vor sich hinstaubt.
Gestern stand immerhin schon eine kleine Säge in einer Ecke, drei Flaschen Eistee waren vorbereitet und ein Sackerl mit Wurstsemmeln lag bereit. “Juhu!”, denk ich mir. Und: “Morgen geht’s los!”

Ich konnte ja nicht ahnen, dass die Herren Bodenleger einfach nur meine Wohnung zum Sozialraum erklärt haben. Da hat sich von gestern auf heute zwar auch einiges verändert, aber nur insofern, als die Reste der Wurstsemmeln in einem Plastiksackerl-Müllsackerl am Heizkörper hängen und das Vorratslager um eine Knacker, Senf und Buttermilch erweitert wurde.
Morgen werd ich da mal tagsüber vorbeischaun. Da steppt ja anscheinend ordentlich der Bär. Und vielleicht lässt sich der kulinarisch bewanderte Holzverkleber mit sanften Druck dann ja dazu bewegen, das eine oder andere Jausenbrettchen auch mal auf den Boden zu legen. Dort wo’s eigentlich hin sollte. Sonst verlang ich nämlich demnächst Miete.
Sonntag, 12. Juli 2009 22:29
Da hat man das Gefühl, das dauert alles noch viele Monate, und hat damit sogar ganz lange Recht, aber irgendwann geht’s dann Schlag auf Schlag. Mietvertrag unterschreiben, Schlüsselübergabe, Herzlich Willkommen im neuen Zuhause! Eine von Wiens schillernden neuen Wohnanlagen – Wohnen am Park – ist endlich fertig und hat 500 neue Bewohner. 499 andere und mich. Ich freu mich sehr. Aber was bitte wollte mir die GESIBA mit dem Maßband sagen, das ich beim Vertragsunterschreiben geschenkt bekommen hab? “Bitte alles nachmessen, unsere Pläne sind so ein bisschen,… naja, sie werden schon sehn!”?

Nein eh super. Und ich muss auch wirklich ehrlich sagen: Hat alles blendend funktioniert. Ist wahrscheinlich gar nicht so einfach zu organisieren, so viele Wohnungen auf einmal loszuwerden.
Jetzt hab ich also fünf Schlüssel für eine Wohnung, in der noch nie wer gewohnt hat. Und so schaut sie auch aus: immer noch kein Boden (aber immerhin schon viele Parkett-Pakete, die sich der Bodenleger bereitgelegt hat), keine Küche (aber einen Kaufvertrag und einen Liefertermin), und sonst auch nix.
Weil Schlüssel haben und doch noch nicht umziehn aber sehr langweilig ist, hab ich nach langem Überlegen doch ein kleines Möbelstück ausgesucht, das voll kolonialistisch vorgeprescht ist und jetzt der erste Einrichtungs-Gegenstand an dieser historisch völlig neuen Adresse wurde. Also Möbelstück,… ein Aschenbecher halt.
Heute kam dann schon Teil 2: Mein Fahrrad. Seit zwei Vorgänger aus dem Innenhof der alten Wohnung geklaut worden sind, hatte es einen Stammplatz bei mir im Vorraum. Ein unendlicher Platzfresser. Nur vernünftig, das Ding schon mal vorauszuschicken. Jetzt hängt es im stylishen Fahrradraum und ich kann mir endlich die Schuhe wieder anziehen, ohne die ganze Zeit darauf aufpassen zu müssen, dass ich das Ding nicht umschmeiße.

Der Rest wird folgen. Ganz gemach, nach und nach, sobald mal sowas wie ein Boden in der Wohnung liegt. Ich kann ja nicht alles ins frisch geflieste Badezimmer reinstopfen.
Und falls wer bei einem hellblauen Haus mit rosa Balkonen und voll super Park vorbeikommen sollte: Dort wohn ich jetzt.
Dienstag, 9. Juni 2009 20:52
Tine Wittler würde sich ja im Grabe umdrehen, wenn sie meine jetzige Wohnung sehen könnte. Und schon tot wär. Ich bin kein innenarchitektonisches Talent. Nicht, dass ich keinen Geschmack hätte, da kann ich schon mithalten, glaub ich. Ich kann nur leider nichts aussuchen. Wenn ich ein Bett seh, kann ich sagen “schön” oder “schirch”. Aber wenn in einem Möbelhaus 30 nebeneinanderstehen, dann seh ich die als Ganzes. Und in einem Schlafzimmer mit 30 Betten will ich nicht wohnen. Da kann ich ja gleich in eine Jugendherberge gehn. Also: “schirch”. Ich seh da einfach nix mehr einzeln. Das kann ich nicht. Es fehlt jedes Vorstellungsvermögen, wie das eine Stück dann mit dem anderen da drüben ohne das Zeug in der Mitte am Ende aussehen würde.
Bis jetzt konnte ich damit ja ganz gut leben. So oft kauft man sich ja keine neuen Möbel. Aber jetzt heißt ja umziehen. Und in der neuen Wohnung ist ja erstmal gar nichts. Kein Boden, keine Küche, nix. Da müssen also viele Entscheidungen getroffen werden. Und das kann man ja auch nicht ewig aussitzen. Am 9. Juli ist Schlüsselübergabe bei Wohnen am Park, und da sollte dann doch langsam auch mal irgendwas rein in das kahle Ding.

Die Boden-Entscheidung ist ja schon vor ein paar Wochen auf klassisches Eichenparkett gefallen. Die Küche steht immer noch aus. Da hat leider gar nichts geholfen, ich brauchte Beratung. Für Menschen wie mich, die sich sogar ihre Pizza am liebsten online bestellen, eine echte Herausforderung. Ich mag das nicht. Das ist natürlich etwas seltsam, aber was soll ich machen. Ich kann ja schlecht fünf Jahre lang nur mit Wasserkocher und Sandwichmaker über die Runden kommen.
Zum Glück gibt’s ja inzwischen auch in der Möbelbranche elektronische Datenverarbeitung und Grafikkarten. Und irgendwie hab ich’s geschafft, dass ich mir die neue Küche am Ende doch online aussuchen konnte. Der nette Mann hat mir einfach drei Entwürfe gemailt. Und wenn man nicht alle Bilder gleichzeitig öffnet, dann sieht man immer nur eine Küche nach der anderen. Und da kann ich dann wieder sagen “schön” oder “schirch”.
Und das da find ich ja ganz “schön”:

Über den Preis muss ich mich am Freitag dann doch nochmal mit dem Gestalter unterhalten. Vielleicht kann man die Nudeln, das Brot, die Weinflasche und den Fernseher ja noch weggeben. Dann kommen wir da schon zusammen. Hoff ich.
Donnerstag, 12. März 2009 0:47
Die Gesiba schickt mir diese Woche ja jeden Tag einen Brief. Am Montag der dezente Hinweis, dass ich einen Teilbetrag ein paar Tage zu spät bezahlt habe, inklusive Zahlschein für die Überziehungszinsen. Am Dienstag eine Bestätigung für’s Finanzamt, dass ich in diesem Jahr irre viel Geld für Wohnraumbeschaffung ausgegeben habe. Und heute jetzt die Mutter aller schlechten Nachrichten: Nix da mit Wohnen am Park schon im Mai. Vor Juli wird meine Wohnung wohl nicht fertig.

Da hab ich mir gerade heute noch ein bisschen Sorgen gemacht, ob sich das mit der neuen, noch zu bestellenden Küche und der Lieferzeit noch ausgeht. Und ob ich eh nicht vergesse, meine jetzige Wohnung rechtzeitig zu kündigen. Jetzt kann ich erstmal froh sein, dass ich das noch nicht ganz übereifrig gemacht hab. Beides nämlich. Ich alleine wär ja wahrscheinlich noch wo untergekommen für zwei Monate. Aber ich kann mir ja schlecht dort mit meiner neuen Einbauküche eine Couch teilen.
Umzug also jetzt im Hochsommer. Mittelschön. Vor allem, weil ich emotional mit meinem jetzigen Hier schon ein bisschen abgeschlossen hab. Inzwischen hab ich zwar eingesehen, dass man doch noch manchmal abwaschen und staubsaugen und so Sachen machen muss. Spaß macht es allerdings keinen mehr.

Und Nachrichten von plötzlich einstürzenden Stadtarchiven machen mir auch nicht gerade gute Laune angesichts der kleinen Risse in den Ecken. Ich hab hier die U2 im Keller!