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270 Minutes

Donnerstag, 15. Oktober 2009 11:13

Wenn man mal ein paar Wochen nix in seinen Blog schreibt, dann kriegt man ganz schnell das Gefühl, jetzt bräuchte man einen richtig guten Grund um die Pause zu beenden. Aber auf richtig gute Gründe kann man lange warten. Bringt also nix. Was soll schon groß passieren? Alles was aufregend ist, hab ich in diesem Jahr schon hinter mich gebracht. Ein kleiner Schuldenberg, eine neue Wohnung, ein zweiter Fernseher, Beziehungskollaps,… spannender wird’s wahrscheinlich nicht mehr werden.

Und so sitz ich hier – passend zum Thema “Unspannend” – und warte auf einen Herrn oder eine Dame meines Internet-Anbieters UPC, der oder die die neue Wohnung ans große Netz anschließen soll. Voraussichtlicher Installationstermin: irgendwann zwischen 7.30 und 12 Uhr. Ich hab ja sonst nix zu tun. Und ich bin natürlich um 7.15 aufgestanden, nicht dass ich die Klingel überhör. Langsam gehen mir die Zigaretten aus, ich hab nix zum Frühstücken im Kühlschrank und vom vielen Kaffee ist mir inzwischen ordentlich schlecht.

Da kommt man schon ein bisschen ins Grübeln. Und bereitet innerlich schon das Telefongespräch mit der “Helpline” vor, das man um Punkt 12.01 führen wird, wenn immer noch niemand da war. So kann man sich seine Zeit auch vertreiben. Bis es läutet. Irgendwann. Hoffentlich.

Ah ja, und von wegen läuten: Sieben Jahre lang hab ich nicht bemerkt, dass auf der Türglocke in der alten Wohnung ein Snoopy prangte. Auch schon ein bisschen in die Jahre gekommen.

Snoopy an der Tür

Ich packs nicht, es läutet!

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Bei aller Liebe,… meine Wohnung ist keine Jausenstation!

Donnerstag, 30. Juli 2009 23:21

Der Plan war gut, aber naiv: Ich wollte nicht lästig sein, dem Bodenleger keinen Stress machen. Immerhin hab ich meine alte Wohnung eh noch bis Ende September, die Küche kommt erst in ein paar Wochen und sicher haben es viele andere Neo-Nachbarn aus triftigen Gründen total eilig mit dem Umzug und brauchen deshalb schnell alles verlegt. Ich hab mich also mit einem “Irgendwann die nächsten drei Wochen” zufriedengegeben, aus dem dann ein “bis 27. Juli” wurde. Da sollte alles fertig sein.

Heute war also der vierte Tag, an dem ich hoffnungsfroh am Abend nach der Arbeit den Schlüssel umdreh, um dann festzustellen, dass dahinter immer noch Estrich vor sich hinstaubt.

Gestern stand immerhin schon eine kleine Säge in einer Ecke, drei Flaschen Eistee waren vorbereitet und ein Sackerl mit Wurstsemmeln lag bereit.  “Juhu!”, denk ich mir. Und: “Morgen geht’s los!”

Knacker und Senf

Ich konnte ja nicht ahnen, dass die Herren Bodenleger einfach nur meine Wohnung zum Sozialraum erklärt haben. Da hat sich von gestern auf heute zwar auch einiges verändert, aber nur insofern, als die Reste der Wurstsemmeln in einem Plastiksackerl-Müllsackerl am Heizkörper hängen und das Vorratslager um eine Knacker, Senf und Buttermilch erweitert wurde.

Morgen werd ich da mal tagsüber vorbeischaun. Da steppt ja anscheinend ordentlich der Bär. Und vielleicht lässt sich der kulinarisch bewanderte Holzverkleber mit sanften Druck dann ja dazu bewegen, das eine oder andere Jausenbrettchen auch mal auf den Boden zu legen. Dort wo’s eigentlich hin sollte. Sonst verlang ich nämlich demnächst Miete.

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Eins, zwei, drei, los geht’s. Markus zieht um!

Sonntag, 12. Juli 2009 22:29

Da hat man das Gefühl, das dauert alles noch viele Monate, und hat damit sogar ganz lange Recht, aber irgendwann geht’s dann Schlag auf Schlag. Mietvertrag unterschreiben, Schlüsselübergabe, Herzlich Willkommen im neuen Zuhause! Eine von Wiens schillernden neuen Wohnanlagen – Wohnen am Park – ist endlich fertig und hat 500 neue Bewohner. 499 andere und mich. Ich freu mich sehr. Aber was bitte wollte mir die GESIBA mit dem Maßband sagen, das ich beim Vertragsunterschreiben geschenkt bekommen hab? “Bitte alles nachmessen, unsere Pläne sind so ein bisschen,… naja, sie werden schon sehn!”?

Nachmessen!

Nein eh super. Und ich muss auch wirklich ehrlich sagen: Hat alles blendend funktioniert. Ist wahrscheinlich gar nicht so einfach zu organisieren, so viele Wohnungen auf einmal loszuwerden.

Jetzt hab ich also fünf Schlüssel für eine Wohnung, in der noch nie wer gewohnt hat. Und so schaut sie auch aus: immer noch kein Boden (aber immerhin schon viele Parkett-Pakete, die sich der Bodenleger bereitgelegt hat), keine Küche (aber einen Kaufvertrag und einen Liefertermin), und sonst auch nix.

Weil Schlüssel haben und doch noch nicht umziehn aber sehr langweilig ist, hab ich nach langem Überlegen doch ein kleines Möbelstück ausgesucht, das voll kolonialistisch vorgeprescht ist und jetzt der erste Einrichtungs-Gegenstand an dieser historisch völlig neuen Adresse wurde. Also Möbelstück,… ein Aschenbecher halt.

Heute kam dann schon Teil 2: Mein Fahrrad. Seit zwei Vorgänger aus dem Innenhof der alten Wohnung geklaut worden sind, hatte es einen Stammplatz bei mir im Vorraum. Ein unendlicher Platzfresser. Nur vernünftig, das Ding schon mal vorauszuschicken. Jetzt hängt es im stylishen Fahrradraum und ich kann mir endlich die Schuhe wieder anziehen, ohne die ganze Zeit darauf aufpassen zu müssen, dass ich das Ding nicht umschmeiße.

Our House

Der Rest wird folgen. Ganz gemach, nach und nach, sobald mal sowas wie ein Boden in der Wohnung liegt. Ich kann ja nicht alles ins frisch geflieste Badezimmer reinstopfen.

Und falls wer bei einem hellblauen Haus mit rosa Balkonen und voll super Park vorbeikommen sollte: Dort wohn ich jetzt.

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Einsatz in vier Wänden für Dummies

Dienstag, 9. Juni 2009 20:52

Tine Wittler würde sich ja im Grabe umdrehen, wenn sie meine jetzige Wohnung sehen könnte. Und schon tot wär. Ich bin kein innenarchitektonisches Talent. Nicht, dass ich keinen Geschmack hätte, da kann ich schon mithalten, glaub ich. Ich kann nur leider nichts aussuchen. Wenn ich ein Bett seh, kann ich sagen “schön” oder “schirch”. Aber wenn in einem Möbelhaus 30 nebeneinanderstehen, dann seh ich die als Ganzes. Und in einem Schlafzimmer mit 30 Betten will ich nicht wohnen. Da kann ich ja gleich in eine Jugendherberge gehn. Also: “schirch”. Ich seh da einfach nix mehr einzeln. Das kann ich nicht. Es fehlt jedes Vorstellungsvermögen, wie das eine Stück dann mit dem anderen da drüben ohne das Zeug in der Mitte am Ende aussehen würde.

Bis jetzt konnte ich damit ja ganz gut leben. So oft kauft man sich ja keine neuen Möbel. Aber jetzt heißt ja umziehen. Und in der neuen Wohnung ist ja erstmal gar nichts. Kein Boden, keine Küche, nix. Da müssen also viele Entscheidungen getroffen werden. Und das kann man ja auch nicht ewig aussitzen. Am 9. Juli ist Schlüsselübergabe bei Wohnen am Park, und da sollte dann doch langsam auch mal irgendwas rein in das kahle Ding.

Küche leer

Die Boden-Entscheidung ist ja schon vor ein paar Wochen auf klassisches Eichenparkett gefallen. Die Küche steht immer noch aus. Da hat leider gar nichts geholfen, ich brauchte Beratung. Für Menschen wie mich, die sich sogar ihre Pizza am liebsten online bestellen, eine echte Herausforderung. Ich mag das nicht. Das ist natürlich etwas seltsam, aber was soll ich machen. Ich kann ja schlecht fünf Jahre lang nur mit Wasserkocher und Sandwichmaker über die Runden kommen.

Zum Glück gibt’s ja inzwischen auch in der Möbelbranche elektronische Datenverarbeitung und Grafikkarten. Und irgendwie hab ich’s geschafft, dass ich mir die neue Küche am Ende doch online aussuchen konnte. Der nette Mann hat mir einfach drei Entwürfe gemailt. Und wenn man nicht alle Bilder gleichzeitig öffnet, dann sieht man immer nur eine Küche nach der anderen. Und da kann ich dann wieder sagen “schön” oder “schirch”.

Und das da find ich ja ganz “schön”:

Küche voll

Über den Preis muss ich mich am Freitag dann doch nochmal mit dem Gestalter unterhalten. Vielleicht kann man die Nudeln, das Brot, die Weinflasche und den Fernseher ja noch weggeben. Dann kommen wir da schon zusammen. Hoff ich.

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Luxury, please! – XIII

Montag, 20. April 2009 22:56

Feuerfester Handschuh

Heute: Feuerfeste Handschuhe. Weil es überraschend schnell gehen kann, dass man beim Nudelkochen lichterloh in Flammen steht und sie dann gute Dienste leisten.

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Wohnen am Park? Wird wohl nichts im Mai…

Donnerstag, 12. März 2009 0:47

Die Gesiba schickt mir diese Woche ja jeden Tag einen Brief. Am Montag der dezente Hinweis, dass ich einen Teilbetrag  ein paar Tage zu spät bezahlt habe, inklusive Zahlschein für die Überziehungszinsen. Am Dienstag eine Bestätigung für’s Finanzamt, dass ich in diesem Jahr irre viel Geld für Wohnraumbeschaffung ausgegeben habe. Und heute jetzt die Mutter aller schlechten Nachrichten: Nix da mit Wohnen am Park schon im Mai. Vor Juli wird meine Wohnung wohl nicht fertig.

Bitte Warten!

Da hab ich mir gerade heute noch ein bisschen Sorgen gemacht, ob sich das mit der neuen, noch zu bestellenden Küche und der Lieferzeit noch ausgeht. Und ob ich eh nicht vergesse, meine jetzige Wohnung rechtzeitig zu kündigen. Jetzt kann ich erstmal froh sein, dass ich das noch nicht ganz übereifrig gemacht hab. Beides nämlich. Ich alleine wär ja wahrscheinlich noch wo untergekommen für zwei Monate. Aber ich kann mir ja schlecht dort mit meiner neuen Einbauküche eine Couch teilen.

Umzug also jetzt im Hochsommer. Mittelschön. Vor allem, weil ich emotional mit meinem jetzigen Hier schon ein bisschen abgeschlossen hab. Inzwischen hab ich zwar eingesehen, dass man doch noch manchmal abwaschen und staubsaugen und so Sachen machen muss. Spaß macht es allerdings keinen mehr.

Hält noch. Noch.

Und Nachrichten von plötzlich einstürzenden Stadtarchiven machen mir auch nicht gerade gute Laune angesichts der kleinen Risse in den Ecken. Ich hab hier die U2 im Keller!

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